Die britische Großbank HSBC hat sich mit den Schweizer Behörden in Zehntausenden Fällen von Geldwäsche außergerichtlich geeinigt. Die Bank zahlt umgerechnet 38 Millionen Euro, im Gegenzug stellt die Genfer Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen Verdachts auf Geldwäsche ein.

Der Genfer Staatsanwalt Yves Bertossa sagte, es sei sehr schwierig, Geldwäsche-Vorgänge nachzuweisen. Deshalb habe sich die Ermittlungsbehörde für den Deal mit der Bank entschieden. Die verabredete Zahlung diene der Wiedergutmachung "illegaler Handlungen in der Vergangenheit".

Die Bank soll in der Vergangenheit weltweit Zehntausenden Kunden geholfen haben, rund 180 Milliarden Euro vor den Steuerbehörden zu verstecken oder Geldwäsche zu betreiben. Zu den Kunden gehörten Diktatoren und bekannte Kriminelle.

Darauf deuteten Enthüllungen durch ein internationales Recherche-Netzwerk hin, die als Swissleaks-Affäre bekannt wurden.

Ermittler hatten daraufhin im Februar Räume der Bank in Genf durchsucht. Sie leiteten ein Verfahren wegen des Verdachts auf Geldwäsche ein. Gegen HSBC ermitteln auch Behörden in den USA, Frankreich und weiteren Ländern.

HSBC wies darauf hin, dass die berichteten Geschäftspraktiken der Vergangenheit angehörten. Das Unternehmen habe inzwischen seine Strategie neu ausgerichtet.

Die Enthüllungen gehen auf den früheren HSBC-Angestellten Hervé Falciani zurück, der 2007 umfangreiche Kundendaten der Schweizer Tochter gestohlen und sie 2009 den französischen Steuerbehörden übergeben hatte.