Im Tarifkonflikt bei der Post kehren die Parteien nach mehr als drei Wochen Streik an den Verhandlungstisch zurück. Das teilten die Gewerkschaft ver.di und die Post mit. Die Verhandlungen sollen am 3. Juli stattfinden. Ver.di hatte den neuen Verhandlungstermin vorgeschlagen.

Post-Personalchefin Melanie Kreis sagte: "Ich werte es als ein positives Zeichen, dass ver.di nach Wochen der Konfrontation nun ohne Vorbedingungen ernsthaft verhandeln will." Sie forderte ver.di auf, "als Zeichen des guten Willens" sämtliche Streikaktionen ab sofort ruhen zu lassen. Dazu ist die Gewerkschaft aber nicht bereit.

Ziel der Gespräche müsse ein tragfähiges Ergebnis sein, durch das der "schwere Konflikt" bei der Post befriedet werden könne, sagte Kocsis. Die Proteste würden andauern: "Wir setzen den unbefristeten Arbeitskampf bis zu einer Einigung fort."

Ver.di hatte am 8. Juni unbefristete Streiks bei dem Bonner Konzern ausgerufen – zuvor waren sechs Verhandlungsrunden ohne Ergebnis geblieben. Damals traten zunächst rund 8.000 Beschäftigte in den Ausstand. Seitdem hat die Gewerkschaft die Proteste kontinuierlich ausgeweitet. Mittlerweile streiken ver.di zufolge über 32.000 Postbedienstete. 

Millionen von Paketen und Briefen landen durch den Ausstand nur verspätet bei den Empfängern, die Post versucht unter anderem mit Sonntagsarbeit, die Folgen des Streiks zu mildern. Viele Briefkästen bleiben seit Wochen leer.

Entzündet hatte sich der Konflikt an der Ankündigung des Unternehmens, Tausende unbefristete Stellen zu schaffen – allerdings in 49 neuen Gesellschaften, für die niedrigere Löhne gelten als im Konzern. Die neuen Firmen orientieren sich an den Tarifverträgen der Logistik-Branche, die deutlich unter denen der Post liegen. Ver.di will die Post mit dem Streik zwingen, dass auch bei den Tochterunternehmen mit derzeit rund 6.000 Beschäftigten der höhere Haustarif gezahlt wird, der für rund 140.000 Postbedienstete gilt. Die Post verweist dagegen darauf, dass sie deutlich höhere Löhne als die Konkurrenten zahlt. "Diese neue Struktur ist unverzichtbar", bekräftigte Kreis mit Blick auf die neuen Firmen.