Die Auslieferungsdrohnen von Amazon sollen nach den Vorstellungen des US-Handelsunternehmens einen eigenen Luftkorridor bekommen. Über den großen Städten der Welt solle zwischen 60 und 130 Metern Höhe niemand anderes fliegen dürfen. Das steht in am Nasa Ames Research Center in Mointain View bekannt gewordenen Plänen, über die der Guardian berichtete.

Amazon käme damit seinem Ziel ein Stück näher, in Ballungszentren Waren binnen 30 Minuten zum Kunden zu befördern. Fachleute stellen sich vor, dass innerhalb von zehn Jahren ein Großteil der Logistik von Tausenden kleiner Fluggeräte abgearbeitet wird.

Die Drohnen sollen laut den Plänen mit Sensoren, Ortungs- und Steuerungstechnik ausgerüstet sein. So sollen sie den Weg zum Kunden finden – mit einer Geschwindigkeit von knapp über 100 Kilometern pro Stunde.

Amazon hat selbst mehrere Bedingungen formuliert, die die Fluggeräte erfüllen müssten, um den Plan genehmigungsfähig zu machen: Die Ortung per GPS soll außerordentlich genau arbeiten. Eine verlässliche Onlineverbindung muss gewährleistet sein. Die Flugroute muss vor dem Abheben genau planbar sein, um Kollisionen zu vermeiden. Die Drohnen sollen zudem untereinander kommunizieren, um Zwischenfälle zu verhindern. Sie müssen in der Lage sein, Hindernisse wie Vögel oder Elektroleitungen zu erkennen.

Um Unfälle mit dem weiteren Luftverkehr zu vermeiden, soll oberhalb der Drohnen-Flugfläche ein Puffer von 30 Metern freigehalten werden – eine Art No-Fly-Zone. Diese Höhe von 160 Metern erreichen Verkehrsflugzeuge allerdings ohnehin nur in der Nähe von Start- und Landebahnen.

Einen Test für die Auslieferung von Paketen per Drohne durfte Amazon in den USA bereits starten. Zu Jahresbeginn hatte der Konzern angedroht, das Drohnen-Programm zu beenden, weil die US-Flugaufsicht besonders scharfe Bedingungen formuliert hatte.