Die Deutsche Bahn baut um: Der Aufsichtsrat des bundeseigenen Konzerns billigte am Montag eine "strukturelle und personelle Neuaufstellung des Unternehmens", wie der Konzern mitteilte. Die Zahl der Vorstandsmitglieder wird von acht auf sechs verringert. Neu in der Führungsriege ist der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla.

Alleine in der Konzernzentrale will die Bahn in den nächsten fünf Jahren mehr als 700 Millionen Euro an Kosten einsparen. Dies umfasse bereits beschlossene Maßnahmen von 610 Millionen Euro. Die Bahn soll außerdem eine neue Konzernstruktur erhalten. Entscheidungen dazu seien aber erst im Dezember vorgesehen, hieß es.

Pofalla ist seit Jahresbeginn Generalbevollmächtigter des Konzerns für politische und internationale Beziehungen und wird ab dem 1. August das neu geschaffene Ressort Wirtschaft, Recht und Regulierung übernehmen, teilte die Bahn nach der Sitzung des Aufsichtsrates mit. In diesem Ressort werden demnach die Abteilungen Regeltreue (Compliance), Recht und Sicherheit mit den Bereichen nationale und internationale Beziehungen zusammengelegt. Der bisherige Leiter der Abteilung Fernverkehr, Berthold Huber, wird das neu geschaffene Ressort Verkehr und Transport übernehmen. Dem bisherigen Ressort Personenverkehr werde die Logistiktochter DB Schenker Rail hinzugefügt. Ziel sei es, die Eisenbahn in Deutschland zu stärken.

Insgesamt sinkt die Zahl der Vorstandsposten von acht auf sechs Posten zum 1. August. "Wir handeln, weil ein verschärfter Wettbewerb, zunehmende Regulierung und zu schnell steigende Kosten derartige Veränderungen erfordern", sagte Bahnchef Rüdiger Grube.

Aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn muss der Konzern schneller und flexibler auf Veränderungen wie die Fernbus-Konkurrenz reagieren. "Alles, was die Strukturen vereinfacht, ist in unserem Sinne", sagte der Sprecher von Pro Bahn, Karl-Peter Naumann. Ein Umbau, mit dem der Konzern schlanker und effizienter werden soll, habe unmittelbar zunächst keine Auswirkungen auf die Kunden. "Aber wir versprechen uns davon schon eine höhere Effizienz und damit einen besseren Einsatz der Mittel. Und damit kann das Angebot für die Kunden nur besser werden", sagte Neumann. So gelte es etwa, die Pünktlichkeit und die Information der Reisenden zu verbessern. 

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat insgesamt 20 Mitglieder. Zehn Vertreter werden von der Hauptversammlung der Aktionäre gewählt, weitere zehn von den Arbeitnehmern. Die Bundesrepublik Deutschland ist alleiniger Aktionär.