Die Deutsche Post und die Gewerkschaft ver.di haben eine Einigung im Tarifstreit erzielt. Nach mehr als 40 Stunden Verhandlungen haben sich die Parteien geeinigt. Der Post-Streik soll in der Nacht von Montag auf Dienstag um Mitternacht enden.

Die rund 140.000 Beschäftigten erhalten der Einigung zufolge zum 1. Oktober 2015 eine Einmalzahlung von 400 Euro sowie zum 1. Oktober 2016 zwei Prozent und zum 1. Oktober 2017 noch einmal 1,7 Prozent mehr Lohn. Der Kündigungsschutz für die Mitarbeiter wurde bis 2019 verlängert. "Dies ist ein guter Tag für die Deutsche Post, ihre Kunden und Mitarbeiter", sagte Post-Chef Frank Appel.

Die Gewerkschaft konnte sich nicht damit durchsetzen, dass die Post ihre neu gegründeten Gesellschaften aufgibt, in denen die rund 6.500 Mitarbeiter weniger Lohn als ihre Kollegen im Mutterkonzern erhalten. "Aber es ist uns gelungen, die verbleibenden Paketzusteller in der Deutschen Post dauerhaft abzusichern", sagte ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Die Post hat sich verpflichtet, ihre aktuell im Unternehmen arbeitenden Paketzusteller beim Konzern zu behalten. Laut ver.di sind das rund 7.650 Menschen.

Für neue Beschäftigte wird das aber nicht gelten, sie können weiter in den neuen ausgegliederten Gesellschaften angestellt werden. 

Dem unbefristeten Streik war ein bereits seit Ostern schwelender Tarifkonflikt vorausgegangen. Beide Seiten hatten sich am Freitag wieder zu Verhandlungen getroffen. Am Samstag und Sonntag waren die Gespräche fortgesetzt worden. In manchen Städten blieben Briefe nach Schilderungen von Betroffenen wochenlang liegen. Klagen kamen vor allem von Onlinehändlern.

Ver.di forderte ursprünglich 5,5 Prozent mehr Geld und eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich für die Postler.