Die japanische Nikkei-Mediengruppe kauft die britische Financial Times. Das bestätigte der Eigentümer Pearson auf seiner Internetseite. Vereinbart wurde demnach ein Kaufpreis von 844 Millionen britische Pfund, umgerechnet etwa 1,2 Milliarden Euro. Zuvor hatte das deutsche Verlagshaus Axel Springer Spekulationen über einen Kauf dementiert. Laut Spiegel Online unterlag Springer den Japanern.

Der Pearson-Verlag hatte wenige Stunden zuvor bestätigt, er wolle die FT verkaufen. Die Wirtschaftszeitung auf lachsfarbenem Papier ist nicht nur in Großbritannien eine Institution. Sie verkauft nach eigenen Angaben täglich 720.000 Exemplare – auf Papier und online.

"Pearson war fast 60 Jahre lang ein stolzer Besitzer der FT", schreibt Pearson-Chef John Fallon in der Mitteilung. Angesichts der Weiterentwicklung der Medien, vor allem im mobilen Bereich, sei es für den journalistischen und wirtschaftlichen Erfolg der Zeitung aber am besten, wenn die Financial Times Teil einer globalen Digitalmarke sei. Die Zeitung erschien erstmals 1888 und wird seit 1893 auf dem charakteristischen lachsfarbenen Papier gedruckt. Von 2000 bis 2012 gab es auch eine deutsche Ausgabe, die aber nie Gewinn abwarf.

Tsuneo Kita, Vorstandschef von Nikkei, sagte, er sei stolz darauf mit einer der angesehensten Nachrichtenorganisationen zusammenzuarbeiten. "Zusammen werden wir danach streben, die Entwicklung der globalen Wirtschaft mitzugestalten." Nikkei ist die größte Mediengruppe in Asien, die gleichnamige Zeitung ist die bekannteste Zeitung.

Das Geschäft soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, der Deal dürfte im vierten Quartal über die Bühne gehen. Noch muss die Kartellbehörde die Übernahme genehmigen. Den Anteil von 50 Prozent an dem Wochenmagazin The Economist – auch Teil der Financial Times Group – will Pearson behalten.