Der Geldwäsche-Verdacht bei der Deutschen Bank in Russland ruft einem Agenturbericht zufolge nun auch das US-Justizministerium auf den Plan. Die Behörde habe entsprechende Ermittlungen eingeleitet, berichtete die Finanzagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf eine frühere Mitteilung, wonach Deutschlands größtes Geldhaus den Vorwürfen in einer internen Untersuchung nachgehe und Disziplinarverfahren eingeleitet habe.


Anfang Juni war bekannt geworden, dass sich die Deutsche Bank in Russland mit einem großen Fall von Geldwäsche konfrontiert sieht. Russische Kunden hätten über die Bank wohl Rubel im Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar gewaschen, verlautete damals aus Finanzkreisen. Bloomberg zufolge haben russische Kunden über die Deutsche Bank Papiere in Rubel gekauft, die ihnen das Institut in London gleichzeitig in Dollar wieder abkaufte. So schafften sie an den Behörden vorbei Gelder aus Russland heraus.

Als erste US-Behörde hatte die New Yorker Finanzaufsicht DFS Mitte Juli Ermittlungen aufgenommen. Das sei ein normaler Vorgang, wenn der Dollar betroffen sei, sagte eine mit der Sache vertraute Person damals. Der Zeitraum der Untersuchung umfasse die Jahre 2011 bis Anfang 2015.

Mitte Juli hatte Bloomberg berichtet, dass die DFS im Rahmen ihrer Ermittlungen in dem Fall E-Mails, Mitteilungen, Kundenlisten und weitere Details von der Deutschen Bank angefordert habe. Das Geldhaus hatte wiederholt auf laufende interne Untersuchungen verwiesen, bis zu deren Abschluss eine kleine Zahl von Händlern beurlaubt sei.