Die Generalstaatsanwaltschaft des US-Bundesstaates New York hat Ermittlungen im VW-Abgas-Skandal aufgenommen. Bei den Untersuchungen werde er mit anderen US-Staaten zusammenarbeiten, um den Schutz der Verbraucher und der Umwelt sicherzustellen, kündigte Staatsanwalt Eric T. Schneiderman an. "Keinem Unternehmen sollte es erlaubt sein, unsere Umweltgesetze zu umgehen oder Verbrauchern einen gefälschten Entwurf von Gütern zu versprechen", sagte Schneiderman. Auch das Bundesjustizministerium der USA hatte zuvor eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet.

VW hat sich für die anstehenden Verfahren prominenten rechtlichen Beistand geholt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg heuerte das Unternehmen die US-Anwaltskanzlei Kirkland & Ellis LLP an, die BP nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon vertrat.

Der demokratische Senator von Florida, Bill Nelson, stellte angesichts des Skandals bei Volkswagen und weiterer Vorfälle in der Automobilbranche die Frage, wieso die US-Regierungsbehörden die Verbraucher nicht besser schützten. Es sei ihm rätselhaft, warum die Regierung von US-Präsident Barack Obama nicht "den Hammer fallen lasse" bei Unternehmen und leitenden Angestellten, die die amerikanische Bevölkerung zu täuschen versuchten. Er ging dabei auch auf den Zündschloss-Skandal bei Autobauer General Motors mit mehreren Toten ein. Die Verantwortlichen sollten ins Gefängnis kommen, forderte Nelson.

Die kanadische Umweltbehörde ermittelt inzwischen ebenfalls. Sie teilte mit, rund 100.000 Dieselfahrzeuge von VW und der Konzerntochter Audi mit den Baujahren 2009 bis 2015 zu untersuchen. Dazu bestehe Kontakt zur US-Umweltbehörde EPA und der kanadischen Volkswagen-Tochter. Die Höchststrafe für Verstöße gegen kanadische Umweltgesetze liege bei vier Millionen Euro (sechs Millionen kanadische Dollar).

VW hatte zugegeben, dass in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen Software eingebaut wurde, die die Emissionskontrollen beschönigt. Diese Zahl überstieg deutlich die rund 482.000 Fahrzeuge, von denen zuvor die US-Umweltschutzbehörde gesprochen hatte. Auf Volkswagen könnten theoretisch 18 Milliarden Dollar an Strafen zukommen. VW-Chef Martin Winterkorn bat um Entschuldigung und kündigte ausgiebige Untersuchungen an.