Volkswagen muss wegen der Manipulation von Abgas-Werten weltweit etwa fünf Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten rufen. Diese Wagen bestimmter Baujahre und Modelle seien mit Dieselmotoren des Typs EA 189 ausgestattet, der über eine Manipulationssoftware verfügt, teilte VW mit. Solche Motoren sind beispielsweise im Golf VI, im Passat der siebten Generation und im ersten Modell des kompakten Geländewagens Tiguan verbaut.

Betroffene VW-Kunden werden demnächst per Post informiert, wenn ihre Diesel-Fahrzeuge nachgebessert werden müssen, teilte der Konzern weiter mit. Für den Rückruf legte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch 6,5 Milliarden Euro zur Seite. Allerdings ist nicht klar, ob das auch für Schadenersatzansprüche oder Klagen ausreichen soll.

Nach Angaben des Konzerns wurde die Manipulationssoftware in elf Millionen Fahrzeugen verbaut, aber nur in einem Teil davon aktiviert. Allein in Deutschland sind 2,8 Millionen Fahrzeuge betroffen. Bei der VW-Tochter Audi wurden 2,1 Millionen Autos mit der Manipulationssoftware ausgestattet, bei Škoda etwa 1,2 Millionen und bei Seat etwa 700.000. Unklar ist hier allerdings, um welche Modelle es sich handelt. Porsche-Fahrzeuge sind nicht betroffen.

Nach Meinung von Verbraucherschützern könnten VW-Kunden Anspruch auf Schadensersatz haben. "Die Verbraucher haben für eine Technik bezahlt, die den Schadstoffausstoß gering halten sollte", sagte Jürgen Keßler, Verwaltungsratsvorsitzender der Verbraucherzentrale Berlin, dem Tagesspiegel. Zudem sei der Wiederverkaufswert der betroffenen Fahrzeuge durch den Skandal gesunken.

Auch die Stadt Wolfsburg wappnet sich für Auswirkungen der VW-Affäre. Bürgermeister Klaus Mohrs (SPD) verhängte eine Haushaltssperre sowie einen Einstellungsstopp. Er erwarte "deutliche Gewerbesteuereinbußen" durch den Skandal.

Volkswagen - Strafermittlungen gegen Winterkorn Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Ermittlungen gegen den zurückgetretenen VW-Chef Martin Winterkorn eingeleitet. Bei den Ermittlungen geht es der Behörde zufolge vor allem um die Klärung der Verantwortlichkeiten bei dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen des Volkswagen-Konzerns. Unter den elf Millionen betroffenen Wagen weltweit sind auch 2,1 Millionen Audi.