VW-Chef Martin Winterkorn sollte nach Meinung des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer wegen der Affäre um Abgas-Manipulationen in den USA zurücktreten. Als direkter Verantwortlicher für Forschung und Entwicklung habe Winterkorn entweder von den Manipulationen gewusst oder aber er sei ahnungslos und habe seinen Geschäftsbereich nicht im Griff, sagte der Wirtschaftswissenschaftler von der Universität Duisburg Essen der Frankfurter Rundschau. "In beiden Fällen würde ich sagen, dass Winterkorn an der Konzernspitze nicht mehr tragbar ist."

Der VW-Konzern hatte am Sonntag Abgas-Manipulationen in den USA zugegeben, die eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar nach sich ziehen könnten. Winterkorn kündigte eine externe Untersuchung der Vorgänge an. Die US-Umweltschutzbehörde EPA wirft VW vor, bei knapp 500.000 Diesel-Fahrzeugen die Abgasvorschriften vorsätzlich umgangen zu haben. VW soll eine Software eingesetzt haben, mit der die Verringerung bestimmter Abgasemissionen im normalen Fahrbetrieb ausgeschaltet werden könne. Folge sei, dass die Autos festgesetzte Abgas-Grenzwerte um das bis zu 40-Fache übertreffen könnten.