Das angeschlagene Modeunternehmen American Apparel ist insolvent. Die Bekleidungskette beantragte Gläubigerschutz nach dem amerikanischen Konkursrecht Chapter 11, wie das Unternehmen schriftlich mitteilte. Der Konzern machte sich einen Namen, indem er seine Ware in den Vereinigten Staaten und nicht im Fernen Osten produzieren ließ. Den Insolvenzantrag stellte American Apparel nun vor dem Konkursgericht in Delaware.

Das Modehaus leidet unter einer sehr hohen Verschuldung, sinkenden Verkaufszahlen und einem Rechtsstreit mit dem ausgebooteten Gründer Dov Charney. Vor dem Insolvenzantrag hatte sich das Unternehmen mit einem Großteil seiner Gläubiger auf eine Restrukturierung der Schulden geeinigt. Die Gläubiger sollen American Apparel nun weitere Gelder zur Verfügung stellen, um die finanzielle Stabilität des Konzerns zu sichern, hieß es in der Mitteilung.

Nach Angaben des Unternehmens bleiben die 130 Filialen und Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten weiter geöffnet. Auch das Auslandsgeschäft ist laut einem Bericht der New York Times von der geplanten Restrukturierung nicht betroffen. Allerdings stelle der Plan die bisherigen Anteilseigner, zu denen auch Charney gehört, vor große Verluste.

Firmenchefin Paula Schneider sagte, der Umbau werde den Konzern stärken. Laut den eingereichten Dokumenten unterstützen 95 Prozent der Gläubiger die Restrukturierungspläne. Das Unternehmen schreibt seit fünf Jahren Verluste und hatte jüngst ein Sparprogramm gestartet. Im März betrieb American Apparel nach eigenen Angaben 239 Filialen in 20 Ländern und beschäftigte etwa 10.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Los Angeles ist mit Unisex-Mode für junge Menschen und provokativem Marketing weltweit bekannt geworden.