Die Deutsche Bank hat einen grundlegenden Konzernumbau beschlossen. Die Sparten werden neu zugeschnitten und die Führungsgremien neu geordnet, teilte das größte deutsche Finanzinstitut nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung in Frankfurt mit.

Mit dem Konzernumbau gehen weitreichende Veränderungen in der Führungsstruktur einher. Der erweiterte Vorstand, das Group Executive Committee, werde ebenso aufgelöst wie zehn der derzeit 16 Vorstandsausschüsse. Außerdem verlasse Personalvorstand Stephan Leithner die Bank.

Zudem wird die Investmentbank aufgespalten: Der Unternehmensbereich Corporate Banking & Securities (CB&S) soll in zwei Bereiche aufgeteilt werden. Mit Wirkung zum 1. Januar 2016 geht in der neuen Unternehmenskunden- und Investmentbank (Corporate & Investment Banking) die Unternehmensfinanzierung (Corporate Finance) und die Transaktionsbank (Global Transaction Banking) auf. Jeff Urwin, der bislang gemeinsam mit Colin Fan an der Spitze von CB&S stand, verantwortet künftig die Unternehmenskunden- und Investmentbank als Vorstand.

Auch die Vermögensverwaltung (Deutsche Asset & Wealth Management) wird umgebaut. Die Betreuung der wohlhabenden Privatkunden (Private Wealth Management) wird aus einer eigenständigen Einheit heraus in der Privat- und Geschäftskundenbank erfolgen. Die Deutsche Asset Management wird sich ausschließlich auf die institutionellen Kunden und das Fondsgeschäft konzentrieren.

Der seit Juli amtierende neue Co-Chef John Cryan hatte einen Umbau bereits in Aussicht gestellt. Erst vor Kurzem hatte die Deutsche Bank angekündigt, sie erwarte wegen gigantischer Abschreibungen für das dritte Quartal einen Rekordverlust.