Der VW-Konzern holt zur Bewältigung der Abgasaffäre die Daimler-Vorstandsfrau Christine Hohmann-Dennhardt in seine Führungsetage. Der Konkurrent aus Stuttgart habe dem Wunsch entsprochen und entlasse die ehemalige Bundesverfassungsrichterin frühzeitig aus ihrem bis Februar 2017 laufenden Vertrag, teilten die beiden Autobauer mit. Hohmann-Dennhardt wechselt zum 1. Januar nächsten Jahres in den Vorstand der Volkswagen AG.

Die promovierte Juristin übernimmt das neu gegründete Ressort für Compliance (Integrität und Recht). Neben ihrer Funktion als Richterin am Bundesverfassungsgericht war Hohmann-Dennhardt auch hessische Justizministerin für die SPD. Sie wird zur ersten Vorstandsfrau in der Geschichte des VW-Konzerns.

Bei Daimler leitete sie ebenfalls das Ressort für Integrität und Recht. Sie war zu Daimler gewechselt, nachdem der Stuttgarter Konzern wegen eines Bestechungsskandals in den USA strenge Auflagen von US-Behörden erfüllen musste. "Wir freuen uns, dass wir Frau Dr. Hohmann-Dennhardt für diese verantwortungsvolle Aufgabe gewinnen konnten und auf ihre herausragende Fachkompetenz und Erfahrung bauen können", sagte VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch laut Mitteilung. 

In den vergangenen Wochen hatten sich die Hinweise darauf verdichtet, dass VW das Thema auf höchster Ebene ansiedeln will. Die Schaffung eines entsprechenden Vorstandsressorts als Konsequenz aus dem Dieselskandal sei "der nächste logische Schritt", hieß es in Kreisen des Unternehmens, wie der Rechercheverbund von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR berichtete.