Die Bayer AG will den US-Saatgutproduzenten Monsanto kaufen. Beide Unternehmen gaben vorläufige Übernahmegespräche bekannt. Monsanto sprach von einer unverbindlichen, unerbetenen Offerte, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sei. Sie werde nun vom Verwaltungsrat geprüft.

Der deutsche Konzern teilte mit: "Vertreter von Bayer haben vor kurzem Mitglieder der Geschäftsführung von Monsanto Company getroffen, um vertraulich über eine einvernehmliche Übernahme von Monsanto zu sprechen." Weiter hieß es: "Ein solcher Zusammenschluss würde Bayer als globales, innovationsgetriebenes Life-Science-Unternehmen mit Spitzenpositionen in seinen Kerngeschäften stärken und ein führendes integriertes Agrargeschäft schaffen."

Monsanto wird an der Börse derzeit mit 42 Milliarden Dollar (etwa 37 Milliarden Euro) bewertet. Bayer ist etwa das Doppelte wert. Der Kurs schwankte in den vergangenen Tagen, nachdem es erste Berichte über ein Interesse der Bayer AG gegeben hatte. Mit Monsanto würde das Agrargeschäft von Bayer eine viel größere Rolle spielen. Der US-Konzern erlöst jährlich etwa 13 Milliarden Euro mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Monsanto ist mit dem Vertrieb des Pflanzenschutzmittels Glyphosat unter dem Namen Roundup Ready bekannt geworden.

Das Wall Street Journal, das als Erstes über die Gespräche berichtet hatte, schrieb unter Berufung auf Zahlen der Bank Morgan Stanley, gemeinsam würden die Unternehmen gut ein Viertel (28 Prozent) der weltweit verkauften Pflanzenschutzmittel absetzen. Sehr stark wären sie auch im US-Geschäft mit Getreide- und Sojasamen. Für die Zusammenarbeit spricht, dass Monsanto vor allem in den USA aktiv ist, Bayer dagegen vor allem in Europa und Asien.

In den Tagen zuvor hatte Monsanto-Manager Brett Begemann Medienberichte über eine Übernahme durch deutsche Rivalen wie Bayer oder BASF als "wilde Spekulationen" zurückgewiesen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, dass das US-Unternehmen Interesse am Saatgutgeschäft der Leverkusener geäußert hätte.

Monsanto war im Sommer mit dem Versuch gescheitert, beim Pflanzenschutzspezialisten Syngenta einzusteigen. Das Schweizer Unternehmen geht nun für 43 Milliarden Dollar an den chinesischen Staatskonzern ChemChina. Nach Ankündigung der Fusion der US-Chemiekonzerne DuPont und Dow Chemical, die das Agrarchemiegeschäft als eigenständiges Unternehmen planen, steht Monsanto unter Druck. Der Konzern kappte jüngst die Gewinnprognose für dieses Jahr und baut Stellen ab.