Die angekündigte Verbesserung der Abgasreinigung von 630.000 Dieselfahrzeugen mit hohen Stickoxidwerten durch die Automobilhersteller ist nicht in Sicht. Denn einen amtlichen und somit verpflichtenden Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt gibt es nicht. Das ergaben Recherchen der ZEIT. Der von Verkehrsminister Alexander Dobrindt angekündigte "freiwillige Rückruf im Rahmen von Serviceaktionen" ist zwar vereinbart. Nicht aber, wie die betroffenen Autobesitzer informiert werden sollen. 

So will etwa Audi die Halter der knapp 60.000 betroffenen Audi-Fahrzeuge nicht einzeln anschreiben, sondern ihnen bei "routinemäßig anstehenden Serviceterminen" das Aufspielen einer modifizierten Software anbieten. Wer sich den Service beim Händler spart oder das Software-Update nicht will, wird also mit seinem Auto weiter unnötig viel Stickoxid in die Luft blasen. Auch für die Kunden betroffener Autos von Mercedes, Opel, Porsche, VW und anderen ist das Update freiwillig. Selbst wenn sie einen Brief vom Hersteller erhalten sollten.


ADAC-Präsident August Markl kritisierte Autohersteller und Politik im Umgang mit dem Dieselskandal. "Wir fordern die Hersteller beim Dieselthema auf, endlich alle verfügbaren Technologien einzusetzen", sagte Markl der ZEIT. Diesel könne ein sehr sauberer Kraftstoff sein, sagte Markl, "aber es wird bislang nicht alles dafür getan, was möglich ist". Das sei den Autobauern zu teuer. Darauf weise der ADAC seit 2004 hin.

Der Automobil-Club bringe "seit vielen Jahren den ADAC-EcoTest, bei dem wir die tatsächlichen Verbräuche und Ausstöße klar darstellen", sagte Markl. Die unrealistischen Werte bei den Verbrauchsangaben und überhöhte Stickoxid-Emissionen habe man so ans Licht gebracht, doch das habe nichts genützt.

Ein klares Nein kommt vom ADAC-Präsidenten auch zu der jetzt von der Politik geplanten Kaufprämie von 4.000 Euro für Batterieautos. Die Fahrzeuge blieben seiner Meinung nach trotz des Zuschusses im Unterhalt größtenteils teurer als vergleichbare Diesel oder Benziner.