Microsoft will keine Smartphones mehr herstellen. Der Konzern gab Rationalisierungspläne in dieser Sparte bekannt, die bis zu 1.850 Jobs kosten sollen. Demnach sind 1.350 Stellen bei Microsoft Mobile in Finnland betroffen, wo die Smartphones hergestellt werden, sowie 500 weitere in anderen Ländern. Gewerkschaftsvertreter Kalle Kiili sagte dazu, Microsoft werde zumindest im Moment keine weiteren Smartphones herstellen.

Stattdessen wolle sich das Unternehmen um das Softwaregeschäft kümmern, sagte Kiili der Nachrichtenagentur AFP. Der finnischen Nachrichtenagentur STT zufolge bestätigte der Verkaufschef der Microsoft-Smartphones, Chris Weber, die Gewerkschaftsangaben. Auch die finnische Zeitung Helsingin Sanomat berichtete, Microsoft steige aus der Geräteproduktion aus.

Für die Mitarbeiter von Microsoft sei die Ankündigung der Einstellung der Produktion überraschend gekommen, obwohl es Gerüchte gegeben habe, dass etwas passieren werde, sagte der Gewerkschafter Kiili. Der Geräte-Chef von Microsoft, Terry Myerson, schrieb dagegen in einer E-Mail an die Mitarbeiter, Microsoft verlasse das Geschäft mit dem neuerlichen Abbau nicht komplett. "Wir schrauben zurück, aber wir sind nicht raus!" Microsoft werde weiterhin Geräte entwickeln, müsse sich aber bei der Telefon-Hardware stärker auf bestimmte Segmente beschränken.

Im vergangenen Juli hatte der Konzern bereits den Abbau von 7.800 Arbeitsplätzen bekanntgegeben. Der Anteil von Microsofts Windows-System am Smartphone-Markt lag im ersten Quartal nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner mit etwa 2,4 Millionen weltweit verkauften Geräten nur noch bei 0,7 Prozent. Android beherrscht demnach den Markt mit gut 84 Prozent der verkauften Geräte und Apples iPhone kommt auf knapp 15 Prozent.

Mit dem aktuellen Windows 10 hat Microsoft zwar erstmals eine einheitliche Plattform, die auf verschiedenen Geräten von PC über Spielekonsole bis hin zu Tablets und Smartphones laufen kann. Doch auch damit kam kein Schub für die Computer-Telefone von Microsoft.

Microsoft hatte 2014 die Handy- und Tabletsparte von Nokia gekauft. Der finnische Konzern war zwischen 1998 und 2011 Weltmarktführer für Handys gewesen, verschlief aber dann die Entwicklung von Smartphones. Erst vor einer Woche hatte Nokia dann bekannt gegeben, auf den Smartphone-Markt zurückzukehren. Das Geschäft mit Smartphones und Tablets soll demnach über die neu gegründete Firma HMD Global laufen.