Südkorea hat den Verkauf von fast allen Fahrzeugmodellen des Volkswagen-Konzerns gestoppt und ein Bußgeld gegen das deutsche Unternehmen verhängt. Die Zulassungszertifikate von 83.000 Autos der Marken Volkswagen, Audi und Bentley seien zurückgezogen worden, teilte das Umweltministerium mit. Der Hersteller muss 17,8 Milliarden Won (14,3 Millionen Euro) Strafe zahlen.

Mit dem Verkaufsverbot von 80 Modellvarianten reagierte das Ministerium auf Unregelmäßigkeiten, die in Dokumenten über Emissionswerte und Lärmtests gefunden wurden. Volkswagen wird beschuldigt, Unterlagen geschönt zu haben, um so die Zulassung für Importautos in Südkorea zu beschleunigen. Als das Unternehmen beispielsweise das Modell Audi A7 nach Südkorea importiert habe, habe es die Testergebnisse für den Typ A6 eingereicht, den es in dem Land nicht verkauft habe, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums.

VW hatte im Juli bereits freiwillig den Verkauf der meisten Modelle in Südkorea ausgesetzt. Damit solle der "Verunsicherung unter Händlern und Kunden" entgegengewirkt werden, hatte der Konzern damals mitgeteilt. Jetzt sagte eine Sprecherin von Audi Volkswagen Südkorea in Seoul, das Unternehmen werde alle "verfügbaren Maßnahmen" gegen den Verkaufsstopp in Erwägung ziehen. Dazu gehörten auch rechtliche Schritte.

"Das ist eine der strengsten Sanktionen, die sie gegen uns verhängen konnten", sagte die Sprecherin. Volkswagen bedauere die jetzige Situation sehr, hieß es weiter. Man werde weiter mit dem Umweltministerium kooperieren, "um das Vertrauen der Händler und Verbraucher zurückzugewinnen".

Eine Wiederzulassung der Fahrzeuge könnte sich über Monate hinziehen. "Normalerweise dauert es drei Monate für die Zulassung von Autos. Bei Volkswagen könnte es allerdings länger dauern, da wir das gründlich prüfen", sagte ein Vertreter des Umweltministeriums. Bereits im November hatten die südkoreanischen Behörden nach Bekanntwerden des Skandals um manipulierte Dieselabgase eine Strafe von umgerechnet rund 11,3 Millionen Euro gegen Volkswagen verhängt.

Südkorea ist der zweitgrößte Markt für Dieselfahrzeuge in Asien. Für VW ist das Land ein vergleichsweise kleiner Markt; die Marken Audi und Bentley sind dagegen sehr gefragt. In der ersten Jahreshälfte war der Absatz der Marke VW in Südkorea um ein Drittel auf 12.463 Fahrzeuge eingebrochen.