Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin hat eine Restrukturierung angekündigt und will bis zu 1.200 Stellen streichen. Zudem werde der Konkurrent Lufthansa bis zu 40 Maschinen per Leasing übernehmen, teilte Air Berlin mit. Nach Angaben der Lufthansa haben die Billigtochter Eurowings und Air Berlin eine Absichtserklärung geschlossen, wonach die Vereinbarung über sechs Jahre laufen und mit dem Sommerflugplan am 26. März 2017 in Kraft treten werde.

Air Berlin droht damit eine Aufspaltung in mehrere Bereiche: Nicht nur Lufthansa ist an den Maschinen der Airline interessiert. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung verhandelt Etihad Airways, Hauptaktionär bei Air Berlin, derzeit auch mit dem Touristikkonzern TUI darüber, Teile von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft mit TUIfly zusammenzulegen und in einer eigenen Ferienfluggesellschaft fortzuführen.

Enden die Verhandlungen mit TUI und Lufthansa erfolgreich, betreibt Air Berlin künftig nur noch etwa 70 Maschinen, etwa halb so viele wie derzeit. Das beträfe auch die Besatzungen, also Piloten und Bordpersonal. Insgesamt arbeiten bei Air Berlin 8.600 Mitarbeiter.

In der Mitteilung des Unternehmens heißt es bereits, man wolle sich in Zukunft auf das Kerngeschäft mit einer Flotte von 75 Flugzeugen von den beiden Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf konzentrieren. Das touristische Geschäft werde mit 35 Flugzeugen in einer separaten Geschäftseinheit zusammengefasst.

Etihad ist mit 29,2 Prozent an Air Berlin beteiligt. Die deutsche Fluglinie hat den Angaben zufolge seit dem Börsengang im Jahr 2006 nur ein einziges Mal Gewinn gemacht. In den vergangenen drei Jahren hat das Unternehmen Verluste von insgesamt knapp 1,2 Milliarden Euro angehäuft.

Air-Berlin-Chef Stefan Pichler bedauerte die Entscheidung für Stellenkürzungen, begründete dies aber mit der Notwendigkeit, das Unternehmen effizienter auszurichten: "Es fällt mir schwer, in einem dynamischen Arbeitsmarkt wie dem deutschen betriebsbedingte Kündigungen anzukündigen. Dennoch müssen wir leider Personal abbauen. Unser Ziel ist es, dies so sozial verträglich wie möglich zu gestalten."