Die 16.000 Angestellten der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann sind dem Erhalt ihrer Arbeitsplätze ein Stück nähergekommen. Nach der Discountkette Norma habe sich jetzt auch der Konkurrent Markant bereit erklärt, den Weg zu einem Verkauf des Defizitunternehmens an Edeka frei zu machen, sagte Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub am Sonntagabend. Über die Details ihrer Vereinbarung haben Tengelmann und Markant Stillschweigen vereinbart.

Doch nur wenn Rewe als dritter Konkurrent sein Einverständnis gibt, darf Edeka die Supermarktkette als Ganzes übernehmen. Gelingt dies nicht, will Haub das Unternehmen zerschlagen; dazu holte er bereits Angebote von Interessenten in Nordrhein-Westfalen ein.

Die Hürden für eine Einigung sind hoch: Rewe-Chef Alain Caparros wehrt sich gegen Haubs Plan alle Tengelmann-Filialen an Edeka zu verkaufen. In einem Interview kündigte er an, seine Klage nur zurückzuziehen, wenn sein Unternehmen "einen großen Teil des Filialnetzes von Kaiser's Tengelmann" bekomme. Mit Geldzahlungen sei dieses Problem nicht zu lösen.

Übernahme mit Arbeitsplatzgarantie

Haub bezeichnete die Gesamtübernahme als einzige Chance, um alle 16.000 Arbeitsplätze zu erhalten. Eine Bedingung von Gabriels Ministererlaubnis ist es, dass alle Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann nach der Übernahme eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie bekommen.

Kaiser's Tengelmann betreibt im Großraum Berlin, in München und Oberbayern sowie in Nordrhein-Westfalen noch gut 400 Filialen. Die Kette macht seit Jahren Verluste. Haub hatte sie deshalb an Edeka verkaufen wollen, doch das Bundeskartellamt stoppte diese Pläne aus Wettbewerbsgründen. Zwar gelang es Tengelmann und Edeka nach monatelangem Ringen das Veto durch eine Ministererlaubnis auszuhebeln, doch nach Klagen von Rewe, Norma und Markant setzte das Oberlandesgericht Düsseldorf diese vorläufig außer Kraft.