Im Tarifstreit bei der Fluggesellschaft Eurowings ruft die Kabinengewerkschaft Ufo ihre Mitglieder am Donnerstag zu einem ganztägigen Streik auf. Der Ausstand sei von 0 bis 24 Uhr an allen Standorten geplant, teilte die Gewerkschaft mit.

Auch Germanwings wird bestreikt. Dort seien die Tarifverhandlungen für Teilzeitregelungen der Flugbegleiter gescheitert, teilte Ufo mit. Auf das Forderungspaket sei nicht eingegangen worden, mehrere Termine seien ersatzlos ausgefallen. "Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Interessen im Rahmen eines Arbeitskampfes durchzusetzen", sagte Ufo-Verhandlungsführerin Sylvia De la Cruz.

Der Streik bei Eurowings beziehe sich auf die Tarifforderungen zum Vergütungstarifvertrag, zum Manteltarifvertrag, zur betrieblichen Altersversorgung, zum Mitarbeiterfonds und zur Arbeitsplatzsicherung. "Wir bedauern es sehr, dass es zu dieser Eskalation kommen musste. Die Verhandlungen sind jedoch an einem Punkt angekommen, an dem es zu einem Streik keine Alternative gibt. Besonders bei unseren Gästen möchten wir uns bereits jetzt für die entstehenden Unannehmlichkeiten entschuldigen", teilte Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies mit.

Germanwings betreibt für die Plattform 58 Flugzeuge, die Eurowings bringt es auf 23. Zusätzlich sind noch ein knappes Dutzend Flugzeuge dazugemietet, bei einer österreichischen Gesellschaft registriert oder auf der Langstrecke eingesetzt. Diese können nicht bestreikt werden.

Ufo wollte angeblich Schlichtung

In den Verhandlungen bis in den Mittwochmorgen hatte die Ufo nach eigenen Angaben eine Schlichtung nach dem Vorbild der Eurowings-Mutter Lufthansa vorgeschlagen. Dabei waren unter Leitung des Ex-SPD-Politikers Matthias Platzeck Lösungen gefunden worden. Die Eurowings-Geschäftsführung habe sich kurzfristig dazu nicht in der Lage gesehen und mitgeteilt, dass sie den Vorschlag prüfen werde, berichtete die Gewerkschaft. Bis zum Nachmittag sei keine Zusage erfolgt. Die Ufo-Verhandlungsführerin De la Cruz warf dem Unternehmen eine Verzögerungstaktik vor.

Eurowings beharrte seinerseits darauf, dass man zu allen offenen Tarifthemen eine Schlichtung angeboten habe. Den Flugbegleitern habe man bei einer Laufzeit von 39 Monaten Gehaltserhöhungen von durchschnittlich sieben Prozent und eine höhere Gehaltsstruktur angeboten. Für die Streikdrohung habe man daher kein Verständnis.

Personal-Geschäftsführer Jörg Beißel erklärte: "Während bei anderen Fluggesellschaften über Abbau gesprochen wird, sprechen wir über Wachstum und Tariferhöhungen in einem schwierigen Marktumfeld. Vor diesem Hintergrund appellieren wir an die Verantwortung der Ufo, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und lösbare Tarifkonflikte nicht auf dem Rücken unserer Kunden auszutragen."

Die Airline bot den betroffenen Fluggästen kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Nicht bestreikt werden die Langstreckenflüge der Marke.