Die geplante Übernahme des deutschen Konzerns durch ein chinesisches Unternehmen ist am Veto von US-Präsident Barack Obama gescheitert. Das Weiße Haus blockiere wegen nationaler Sicherheitsbedenken das Geschäft, teilte die US-Regierung am Freitag mit. Damit schloss sich Obama einer Empfehlung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS) an. Die Anordnung gilt allein für das US-amerikanische Geschäft von Aixtron.

Es ist erst das dritte Mal seit 1990, dass ein US-Präsident eine Firmenübernahme durch einen ausländischen Investor wegen Sicherheitsbedenken verhindert. Ein Aixtron-Sprecher wollte auf Anfrage zunächst keinen Kommentar zu der Entscheidung abgeben. Die chinesische Seite hatte bis zuletzt für die Übernahme geworben. Es handle sich um eine normale Fusion und habe rein wirtschaftliche Motive, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Die Politik solle sich nicht in die Angelegenheit einmischen.

Zweigstelle in USA, Mitspracherecht für Obama

Die US-Regierung hat ein Mitspracherecht, weil das Unternehmen aus Herzogenrath bei Aachen auch eine Zweigstelle in Kalifornien mit etwa 100 Mitarbeitern hat. Die Behörde CFIUS hatte sich schon Mitte November klar gegen die Übernahme ausgesprochen, den Fall aber an das Weiße Haus verwiesen. Inwieweit sich die Bundesregierung über ein US-Veto hinwegsetzen kann, ist offen. Ein Ministeriumssprecher betonte, sein Haus entscheide unabhängig.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte dem Deal zunächst zugestimmt. Nach dem Einwand der US-Amerikaner zog er seine Unbedenklichkeitserklärung jedoch zurück und kündigte eine erneute Prüfung an.

Die USA fürchten, dass die Mikrochips von Aixtron bei Nuklearprogrammen zum Einsatz kommen könnten. Aixtron selbst bezeichnete solche Bedenken als haltlos. Ein Sprecher sagte im Oktober, Aixtron produziere keine Chips oder Bauteile, sondern Anlagen für die Halbleiterindustrie. Seit der Unternehmensgründung 1983 habe Aixtron mehr als 3.000 dieser Anlagen in die ganze Welt verkauft, sagte der Sprecher weiter. Bei keinem der Verkäufe hätten die Behörden die Zustimmung verweigert. Die Maschinen wurden unter anderem nach Südkorea, Taiwan und China exportiert.

An der Börse verloren die im TecDax gelisteten Aixtron-Aktien am Freitag zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent und setzten damit den Absturz der vergangenen Wochen fort.

Management empfahl Verkauf an Investor

Der chinesische Investor Fujian Grand Chip, hinter dem staatlich kontrollierte Fonds stecken, hatte im Sommer 670 Millionen Euro für die Firma angeboten. Chinesische Investoren interessieren sich verstärkt für deutsche Mittelständler und Technologieunternehmen.

Aixtron stellt mit seinen gut 700 Beschäftigten Produktionsmaschinen für die Chipindustrie her, machte zuletzt aber Schulden wegen des Preisdrucks und hoher Entwicklungskosten. Das Management hatte daher empfohlen, das Angebot der Chinesen anzunehmen.