Mal stimmt die Wagenreihung nicht, mal sind die Toiletten defekt, mal fallen das WLAN oder die Buchungssoftware aus: Das private Fernzugunternehmen Locomore hat vier Wochen nach seinem Betriebsstart mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen. Das Unternehmen kündigte deshalb an, den Zug bis April an zwei Tagen pro Woche intensiv warten zu lassen. So könnten "die noch zu oft auftretenden Kinderkrankheiten" schneller behoben werden.

Locomore ist deshalb zwischen dem 23. Januar und dem 6. April zwischen Berlin und Stuttgart pro Richtung nur an vier Tagen unterwegs. Jeden Montag sowie von Freitag bis Sonntag gibt es eine Verbindung von Stuttgart nach Berlin. In der Gegenrichtung verkehrt ein Zug von Donnerstag bis Sonntag. Anschließend sollen die Züge wieder durchgängig fahren.

Fahrgäste mit bereits gebuchten Tickets an Tagen, die nun für die Wartung vorgesehen sind, erhalten laut Locomore Gutscheine oder eine Erstattung.

Tausend Fahrgäste täglich

Das Unternehmen betreibt bislang nur einen Zug; es versteht sich nicht in erster Linie als Konkurrent der Deutschen Bahn, sondern als weitere Alternative zu Auto, Flieger und Fernbus im Fernverkehr. Als erstes Zugunternehmen weltweit sicherte sich Locomore eine Basisfinanzierung über Crowdfunding. In der ersten vier Wochen fuhren nach Unternehmensangaben 25.000 Reisende mit dem Zug; damit erreichte Locomore sein Ziel von etwa 1.000 Fahrgästen pro Tag. Viele Zugfahrten seien zu 100 Prozent ausgebucht gewesen.