Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Cockpit stehen vor dem Ende des Tarifstreiks. Wie die Lufthansa mitteilte, wurde eine "Grundsatzeinigung zu allen wesentlichen ausstehenden Tarifverträgen" erzielt. Bislang hatten die Piloten in dem jahrelangen Konflikt 14 Mal die Arbeit niedergelegt.

Die Einigung sehe unter anderem langjährige Regelungen zu Gehalt und Altersversorgung der Piloten vor. Dabei akzeptieren die Piloten die Umstellung der Betriebsrenten auf Festbeiträge. Bislang hatte Lufthansa die absolute Höhe der Zahlungen garantiert und damit das Zinsrisiko übernommen. Die Umstellung würde die Lufthansa-Bilanz im laufenden Jahr um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag entlasten. Die Aktie zog nach der Einigung an.

Die Vereinbarung sieht nach Unternehmensangaben außerdem zeitlich gestaffelte Gehaltserhöhungen von insgesamt 11,4 Prozent und eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern für eine Laufzeit von Mai 2012 bis Juni 2022 vor. Damit hätten die Konfliktparteien sämtliche tarifpolitische Streitpunkte in dem Streit beigelegt, so die Lufthansa.

Lufthansa garantiert den etwa 5.400 Konzernpiloten, dass sie zu diesen Bedingungen bis Mitte 2022 mindestens 325 Jets betreiben werden. Damit würden 600 Stellen für Kapitänsanwärter geschaffen. Rund 700 Nachwuchsflugzeugführer könnten eingestellt werden.

Zuvor hatten Lufthansa und die Piloten eine erste Teillösung erreicht, die nun von der Einigung zum Gehalt mit einer längeren Laufzeit ersetzt wird. Im Laufe dieses Jahres sollen die Details der verschiedenen Tarifverträge ausgestaltet werden. Die Parteien streben langfristigen Tariffrieden an. Der Grundsatzeinigung müssen die Cockpit-Mitglieder noch zustimmen.

Carsten Spohr - "Lieber ein paar Tage ohne deutsche Lufthansa als irgendwann einmal ganz" Seit 2014 dauert der Tarifkonflikt zwischen den Piloten der Lufthansa und dem Management. Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, dazu im Gespräch auf dem Deutschen Wirtschaftsforum © Foto: AV-Factory