Besitzer von Dieselautos von General Motors (GM) haben den größten US-Automobilhersteller wegen angeblicher Manipulationen der Abgaswerte verklagt. Die Sammelklage wurde bei einem Gericht in Detroit im US-Bundesstaat Michigan eingereicht. Auch die deutsche Zulieferfirma Bosch wird darin beschuldigt. Sie soll als "aktiver Handelnder" an den angeblichen Tricksereien beteiligt gewesen sein.

In der Klage erheben zwei Besitzer von Pickups den Vorwurf, dass GM eine ähnliche Manipulationssoftware wie Volkswagen eingesetzt habe, um die Abgaswerte zu verfälschen. Ihre Fahrzeuge der Modelle GMC Sierra und Chevrolet Silverado stießen auf der Straße deutlich höhere Mengen an Stickoxid aus als während der Inspektionstests, führen die Kläger an. Die Emissionen im Straßenverkehr lägen über den von der US- Umweltbehörde Epa vorgegebenen Grenzen.

Die Kläger beanspruchen, die Interessen von Besitzern und Leasingnehmern von mehr 705.000 GM-Fahrzeugen zu vertreten. GM wies die Anschuldigungen als "haltlos" zurück. Die genannten Pickup-Modelle erfüllten die Umweltnormen, teilte das Unternehmen mit. Der Konzern werde sich vor Gericht energisch verteidigen.

Bosch will vor Gericht kooperieren

Bosch teilte mit, bei den Ermittlungen der US-Regierung zu Emissionsbetrugsfällen zu kooperieren und seine Interessen vor Gericht zu verteidigen. Die Firma hatte im Rahmen eines vor zwei Wochen gerichtlich erzielten Vergleichs eingewilligt, 300 Millionen Dollar (rund 270 Millionen Euro) Entschädigung an Kläger in den USA zahlen, weil sie Volkswagen bei den Manipulationen geholfen hatte.

Von der Abgasmanipulation von VW bei Dieselfahrzeugen waren weltweit elf Millionen Fahrzeuge betroffen, davon allein rund 560.000 in den USA. Die von Volkswagen im Zuge der Aufarbeitung des Skandals ausgehandelten Entschädigungen und Strafzahlungen in den Vereinigten Staaten belaufen sich inzwischen auf mehr als 22 Milliarden Dollar.

Auch andere Autobauer wurden weltweit auf die Manipulation von Abgaswerten untersucht und von Regierungen oder Autobesitzern verklagt. Zuletzt reichte die US-Umweltbehörde eine Klage gegen Fiat Chrysler ein. Französische Untersuchungsrichter ermitteln gegen die Autohersteller PSA Peugeot Citroën, Volkswagen, Renault und Fiat Chrysler. Vor wenigen Tagen durchsuchte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mehrere Standorte des Automobilkonzerns Daimler, um den Verdacht auf Abgasmanipulationen zu prüfen.