Der deutsche Lebensmittelhändler Aldi will in Nordamerika expandieren. Der Discounter plant, in den nächsten fünf Jahren insgesamt fünf Milliarden US-Dollar zu investieren und die Zahl seiner US-Filialen von derzeit 1.600 auf etwa 2.500 zu erhöhen. Damit würde Aldi nach eigenen Angaben – gemessen an der Zahl der Geschäfte – zur drittgrößten Lebensmittelkette in den USA werden.

"Wir wachsen in einer Zeit, in der andere Händler zu kämpfen haben", sagte der US-Chef von Aldi, Jason Hart. Der Discounter sei heute eines der am schnellsten expandierenden Handelsunternehmen in den USA. Insgesamt entstünden durch die Expansion 25.000 neue Jobs. Erst im Februar hatte Aldi ein 1,6-Milliarden-Dollar-Programm zur Modernisierung seines US-Filialnetzes angekündigt. Jetzt erhöhte das Unternehmen seine Investitionspläne noch einmal um 3,4 Milliarden Dollar.

Einer der Gründe für die Pläne könnte der Einstieg von Lidl in den US-Markt sein. Der Aldi-Rivale eröffnet am Donnerstag seine ersten neun US-Filialen in Virginia, North und South Carolina. Noch in diesem Sommer sollen in den drei US-Bundesstaaten 20 Filialen starten. Innerhalb eines Jahres sollen 100 weitere Geschäfte entlang der Ostküste folgen.

Wal-Mart nimmt den Kampf auf

Aldi ist bereits seit den 1970er Jahren auf dem US-Markt präsent, ist dort aber nicht sonderlich bekannt. Das liegt auch daran, dass das Unternehmen bislang auf große Werbeoffensiven verzichtet hat. Aldi Nord besitzt in den USA auch die Discounter-Kette Trader Joe's.

Experten sehen die deutschen Discounter als gefährliche Konkurrenz für die US-Marktführer. Die Expansionspläne von Aldi und Lidl "sollten für die traditionellen Lebensmittelgeschäfte und Einzelhändler definitiv mehr als Furcht erregend sein", sagte Mikey Vu von der Consultingfirma Bain dem Wall Street Journal.

Bain kalkuliert, dass die Discounter auf dem US-Markt bis 2020 um bis zu zehn Prozent jährlich wachsen werden. Das ist fünfmal so schnell wie die traditionellen Lebensmittelhändler. Um den Discountern etwa entgegenzusetzen, hat Wal-Mart bereits begonnen, die Preise für einige seiner Produkte zu senken. Nahrungsmittel sind in den USA insgesamt wesentlich teurer als in Deutschland.