Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin will keinen Antrag auf Staatsbürgschaft stellen. Air Berlin habe zwar eine Bürgschaft angefragt, jedoch keinen verbindlichen Antrag gestellt und werde das auch nicht tun, sagte der Chef der Airline, Thomas Winkelmann. Das sei nicht mehr nötig, da man "gute Fortschritte bei der Restrukturierung" mache. Zuletzt habe man etwa die Leasing-Kosten für gut ein Dutzend Flugzeuge reduzieren können. Der Schritt entlaste das Unternehmen um 50 Millionen Euro.

Anfang Juni hatte Air Berlin die Möglichkeit erwogen, von Berlin und Nordrhein-Westfalen Bürgschaften zu beantragen. Mit einer Bürgschaft hätte sich die Landesregierung verpflichtet, im Zweifel einer Zahlungsunfähigkeit für den Schuldner aufzukommen. Auf diese Weise ermöglichen Bund und Länder eine Kreditsicherheit, auf deren Grundlage neue Geschäfte abgeschlossen werden können.

Die mit ihrem "Mallorca-Shuttle" bekannt gewordene Gesellschaft befindet sich nach einer jahrelangen Verlustserie in einer existenziellen Krise. Allein im vergangenen Jahr waren knapp 800 Millionen Euro Verlust entstanden. Um den Schaden zu verringern, hatte der Großaktionär Etihad seit seinem Einstieg 2011 immer wieder große Summen in Air Berlin investiert. Die staatliche Fluglinie des Öl-Emirats Abu Dhabi sicherte den Berlinern zwar weitere Unterstützung bis Herbst 2018 zu, sucht aber gleichzeitig nach Wegen, das Engagement in Deutschland zu beenden. Die Lufthansa hat unterdessen signalisiert, den kleineren Rivalen kaufen zu wollen, zögert aber noch wegen der Schulden von knapp einer Milliarde Euro.