Gegen den Rücktritt des Uber-Chefs und -Mitbegründers Travis Kalanick gibt es Widerstand: Mehr als 1.000 Mitarbeiter des Fahrdienstvermittlers unterzeichneten eine Petition, die den Aufsichtsrat des Unternehmens auffordert, Kalanick in einer "aktiven Rolle" zurückzubringen. Travis Kalanick habe "Tag und Nacht gearbeitet, um das Unternehmen zu dem zu machen, was es heute ist", heißt es in der Petition.

Die Petition geht auf den Produktmanager Michael York zurück, der Kollegen dazu aufgefordert hatte, Kalanick öffentlich zu unterstützen. "Keiner ist perfekt, aber ich bin fest davon überzeugt, dass Kalanick zu der Führungsperson werden kann, die Uber heute braucht", sagte York. Der Erfolg des Unternehmens sei untrennbar mit Kalanick verbunden.

Wie die New York Times berichtet, gilt York als Wegbegleiter Kalanicks: Der ehemalige CEO soll York 2012 überzeugt haben, die Schule im Alter von 18 Jahren zu schmeißen und sich dem Unternehmen anzuschließen. York schickte eine E-Mail an die Mitarbeiter des Unternehmens mit dem Titel "Supporting Travis". Darin schreibt York, dass der Aufsichtsrat von Uber-Mitarbeitern erfahren sollte, dass er die falsche Entscheidung getroffen habe. Es sei ein Fehler, Travis so unter Druck gesetzt zu haben, dass er das Unternehmen notgedrungen verlassen musste.

Auch in sozialen Netzwerken solidarisierten sich Mitarbeiter des Unternehmens mit Kalanick. Die Angestellte Margaret-Ann Seger schrieb einen Facebook-Post und bedankte sich bei Kalanick. "Ich bin die Erste, die zugibt, dass Uber nicht perfekt ist. Aber der positive Einfluss, den er [Kalanick] auf dieses Unternehmen und die Welt hatte, ist wahrlich inspirierend." Facebook-Chef Mark Zuckerberg war unter denen, die den Beitrag mit "Gefällt mir" markierten.

Zukunft des Unternehmens ungewiss

Uber-Chef Travis Kalanick hatte nach Druck von Investoren seinen Posten bei Uber aufgegeben. Nach dem Rücktritt Kalanicks ist unklar, wie es bei Uber weitergeht. Der New York Times zufolge hat das Unternehmen bislang keinen Interimschef benannt. Managementaufgaben werden demnach vom Exekutivkomitee übernommen. Außerdem werde über die Neubesetzung von einigen Führungspositionen beraten. Auch im Aufsichtsrat könnten Änderungen bevorstehen.

Uber äußerte sich zum Wechsel an der Spitze bisher nicht öffentlich. In einer E-Mail an die Angestellten, die der New York Times vorliegt, versichert die Spitze des Unternehmens, dass ihnen die Entscheidung "nicht leichtgefallen" sei. 

In der E-Mail wird Kalanick zudem gelobt: "Zum jetzigen Zeitpunkt zurückzutreten war seine [Kalanicks] Art und Weise, Uber an die erste Stelle zu setzen, wie er es immer getan hat." Travis habe dem Unternehmen mehr als jeder andere zuvor gegeben. "Er hatte einen tiefen und bedeutsamen Einfluss auf unzählige Menschen bei Uber und auf der ganzen Welt, und dafür werden wir für immer dankbar sein."