Die EU-Kommission hat die Übernahme des deutschen Autobauers Opel durch Peugeot genehmigt. Nach eingehender Prüfung habe man keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken, teilte die Kommission mit. Man habe demnach mögliche Auswirkungen sowohl auf den Automarkt in Deutschland und Frankreich als auch in ganz Europa geprüft.

Derzeit besitzt Opel noch der US-amerikanische Autohersteller General Motors (GM). Das Unternehmen hatte schon länger nach einem Abnehmer für Opel gesucht. Schlussendlich hatte PSA, der französische Mutterkonzern von Peugeot, im März die Absicht geäußert, den deutschen Hersteller und auch die britische Opel-Schwester Vauxhall vom US-Konkurrenten GM zu übernehmen. Opel und Vauxhall beschäftigen insgesamt etwa 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon aber in Deutschland.

Das Milliardengeschäft könnte nun bereits Ende Juli abgeschlossen sein, wie Opel es Anfang Juni mitgeteilt hatte. PSA würde dann zum zweitgrößten Autohersteller Europas aufsteigen – nach Volkswagen. Die EU-Wettbewerbswächter halten die drohende Marktmacht für überschaubar. "Was Herstellung und Verkauf von Kraftfahrzeugen betrifft, sind die gemeinsamen Marktanteile der beiden Unternehmen auf allen betroffenen Märkten vergleichsweise gering", teilte die Kommission mit.

Nur in Estland und Portugal erreichten beide Hersteller zusammen einen Anteil von mehr als 40 Prozent auf dem Markt für Nutzfahrzeuge. In jedem der beiden Märkte kämen aber durch die Übernahme weniger als fünf Prozent hinzu. In den übrigen Märkten blieben die Anteile geringer. Außerdem gebe es weiter starke Konkurrenz durch andere Autobauer.

PSA-Programm- und Strategiedirektor Patrice Lucas kommentierte die Brüsseler Entscheidung: "Wir haben heute einen wichtigen Schritt gemacht." Man konzentriere sich nun auf die Erfüllung aller weiteren Bedingungen für den Abschluss des Geschäfts. Erklärtes Ziel des Kaufs ist es, bei Einkauf, Fertigung und Entwicklung voneinander zu lernen und von der neuen Größe zu profitieren. Bis 2026 erhofft sich PSA jährlich Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro. Die Bundesregierung hatte sich dafür eingesetzt, dass trotz Einsparungen die deutschen Standorte gesichert werden.

Die Franzosen sollen für das Europageschäft von GM inklusive der britischen Opel-Schwester Vauxhall 1,3 Milliarden Euro zahlen, weitere 900 Millionen Euro kostet die Übernahme der Autobank GM Financial. Peugeot hat zudem erreicht, dass GM Pensionsverpflichtungen für Opel begleicht. Der Deal wird für die US-Amerikaner damit teurer als erwartet: GM macht unter dem Strich ein Minus. Das Unternehmen rechne nun mit einer Belastung durch den Verkauf von 5,5 Milliarden Dollar. Das ist eine Milliarde mehr als bislang angenommen.