Wilkinson Sword darf in Deutschland vorerst keine Ersatzklingen für einen Rasierer des Konkurrenten Gillette mehr vertreiben. Das entschied das Düsseldorfer Landgericht in einem Eilverfahren. Demnach wird ein Patent von Gillette über die Verbindung von Griff und Klingeneinheit durch die Nachahmerklingen verletzt. Als Folge der Entscheidung muss Wilkinson die vorhandenen Vorräte an den Nachahmerklingen einem Gerichtsvollzieher übergeben, bis über eine mögliche Vernichtung entschieden ist.

Der Rasiererhersteller Wilkinson und sein Mutterkonzern Edgewell hatten vor Kurzem Klingen auf den Markt gebracht, die auf den Rasierer des Konkurrenten passen. Die Klingen wurden laut Gericht in fünf Drogeriemarktketten als Eigenmarken zu Preisen verkauft, die rund 30 Prozent unter dem Niveau des Originals lagen. Gillette, das bislang ein Monopol auf die Ersatzklingen hatte, beantragte daraufhin eine einstweilige Verfügung gegen den Rivalen. 

Wilkinson hatte die Herstellung vor Gericht verteidigt und argumentiert, dass das Patent von Gillette nichtig sei, weil die darin beschriebene Mechanik schon zum Zeitpunkt der Erteilung des Patents 1998 nicht wirklich neu gewesen sei. Das Gericht teilte diese Meinung jedoch nicht. 

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Wilkinson kündigte an, in Berufung zu gehen. Im Februar 2018 ändert sich die Lage für die Unternehmen und Kunden grundsätzlich. Dann läuft das umstrittene Patent aus und billigere Klingen können dann von Herstellern verkauft werden.

Anmerkung: In einer früheren Version hieß es, dass im Handel befindliche Klingen zurückgerufen werden müssen. Das ist nicht der Fall. Die entsprechende Passage wurde korrigiert.