Der Generalbevollmächtigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin ist zuversichtlich, dass die Arbeitsplätze der meisten der 8.600 Mitarbeiter gerettet werden können. "Endgültig sicher ist man erst, wenn die Verträge unterzeichnet sind. Aber wir befinden uns in sehr guten Gesprächen mit potenziellen Käufern", sagte Frank Kebekus dem Handelsblatt.

Die Verhandlungspartner hätten verstanden, dass jetzt "schnell eine gute Lösung" gebraucht werde, sagte Kebekus. Nach Informationen des Handelsblatts aus dem Umfeld des Unternehmens sind für diesen Freitag Gespräche mit potenziellen Investoren angesetzt. Air Berlin verhandelt nach eigenen Angaben mit drei Interessenten. Medienberichten zufolge haben neben der Lufthansa auch die Thomas-Cook-Tochter Condor sowie der britische Billigflieger Easyjet Interesse an Teilen von Air Berlin.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) warnte die Lufthansa vor zu hohen Erwartungen im Übernahmepoker. Alle Beteiligten müssten "zügig, gewissenhaft und kompromissbereit" verhandeln, sagte Zypries der Rheinischen Post. "Mit dem Übergangskredit haben wir Air Berlin jetzt die nötige Zeit verschafft, gemeinsam mit anderen Airlines eine gute Verhandlungslösung zu finden", sagte sie.

"Optimistischer als die Gewerkschaften"

Ziel sei "eine Lösung, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Air Berlin eine Perspektive gibt und den Wettbewerb sichert", ergänzte Zypries. Die Bundesregierung hatte am Tag der Insolvenzanmeldung einen Brückenkredit von 150 Millionen Euro angekündigt.

In Gewerkschaftskreisen wird befürchtet, dass von einer Aufspaltung von Air Berlin vor allem das Bodenpersonal bedroht sein könnte. Generalbevollmächtigter Kebekus sagte, diese Sorge könne er "nur zum Teil nachvollziehen". Er sei "da durchaus optimistischer als die Gewerkschaften", sagte er und verwies etwa auf die Airberlin Technik mit 800 Mitarbeitern. Sie sei ausgelagert, und es handele sich um ein eigenes Insolvenzverfahren. Eine komplette Liquidation der Sparte sehe er nicht.

Air Berlin hatte am Dienstag Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Große Teile der Airline könnten an die Lufthansa gehen, sofern die Kartellwächter zustimmen.