Der Aufsichtsrat von Audi hat vier von sieben Vorstandsmitgliedern des Unternehmens ausgetauscht. Die bisherigen Chefs der Ressorts Finanzen, Vertrieb, Produktion und Personal haben gehen müssen gehen, beschloss der von VW-Konzernchef Matthias Müller geleitete Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung. Sie werden für interne Fehlplanungen, nicht eingehaltene Zusagen und den weltweite Rückgang der Verkäufe bei der VW-Tochter verantwortlich gemacht.

Der Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler bleibt weiter im Amt. Seit dem Beginn der Dieselaffäre vor zwei Jahren war immer wieder über dessen baldiges Aus spekuliert worden. Der Manager habe sich "an der Spitze von Audi bewährt", sagte Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Porsche im Namen der Eigentümerfamilien. Stadler besitze "alle Voraussetzungen", um Audi gemeinsam mit den neuen Vorstandsmitgliedern "in eine erfolgreiche Zukunft zu lenken". 

Wie bei VW soll auch bei Audi eine verbotene Abgassoftware eingesetzt worden sein. Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte Anfang August bekanntgegeben, dass sie auch im Kreise aktueller und ehemaliger Vorstandsmitglieder ermittelt. Gegen Stadler liege jedoch kein hinreichender Tatverdacht vor.

Die Abgasaffäre und Probleme des Unternehmens auf dem chinesischen Markt hatten dafür gesorgt, dass Audi hinter die Konkurrenten Mercedes und BMW zurückgefallen ist. Der Betriebsrat kritisierte, dass eine Strategie für die Herstellung von Elektroautos fehle, die Arbeitsplätze sichern könnte.

Der Austausch der Manager soll für Ruhe im Unternehmen sorgen. Die vier neuen Vorstände kommen alle aus dem VW-Konzern und beginnen ihre Arbeit am 1. September, wie Audi mitteilte. Wendelin Göbel, der zwei Jahrzehnte lang bei Audi war, wird Personalchef, das Finanzressort übernimmt der derzeit in China tätige VW-Manager Alexander Seitz, Vertriebsvorstand wird VW-Nutzfahrzeuge-Vertriebschef Bram Schot und der frühere Leiter des Stammwerks Ingolstadt und jetzige Chef von Audi in Ungarn, Peter Kössler, übernimmt den Posten des Produktionschef.