Der Verkauf von Opel an den französischen Autokonzern PSA ist abgeschlossen. Das teilten beide Unternehmen mit. Opel-Chef Michael Lohscheller sprach von einem historischen Tag und versprach, das Unternehmen bis 2020 wieder profitabel zu machen.

PSA hatte im März angekündigt, Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall vom US-Autokonzern General Motors übernehmen zu wollen. Anfang Juli genehmigte die EU-Kommission die Übernahme. Sie hatte keine Bedenken aus kartellrechtlicher Perspektive. PSA steigt damit zum zweitgrößten europäischen Autokonzern nach Volkswagen auf, gemessen an den Absatzzahlen. Er kommt auf rund 17 Prozent Marktanteil.

Sanierung wird von Deutschland aus gesteuert

Opel hatte seit 1929 zu General Motors gehört und war zeitweise der größte Autobauer in Deutschland. Seit 1999 hatten die Rüsselsheimer und Vauxhall allerdings keinen operativen Jahresgewinn mehr abgeliefert.

Bei Opel steht jetzt eine Sanierung an, die PSA-Chef Carlos Tavares dem deutschen Management überlassen will. Die Neuaufstellung werde nicht von Paris aus gesteuert, hatte Tavares stets betont. Der Sanierungsplan werde unter Aufsicht des neuen Opel-Chefs Michael Lohscheller erstellt und soll innerhalb von 100 Tagen vorliegen. Ab 2020 soll eine Gewinnspanne von zwei Prozent erreicht werden, die bis 2026 auf sechs Prozent ansteigen soll.

Der bisherige Vorstandschef Karl-Thomas Neumann verlässt das Unternehmen. Für seinen Nachfolger Lohscheller kommt der bisherige PSA-Controller Philippe de Rovira als Finanzchef in den Vorstand. Auch drei neue Bereichsvorstände wurden berufen.

"Opel ergänzt das Portfolio perfekt"

"Opel bleibt deutsch und Vauxhall bleibt britisch. Sie ergänzen unser bestehendes Portfolio aus den französischen Marken Peugeot, Citroën und DS Automobiles perfekt", sagte Tavares. 

PSA zahlt für das GM-Europa-Geschäft inklusive der britischen Opel-Schwester Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro. GM-Finanzvorstand Chuck Stevens hat die Kosten für den Verkauf auf 5,5 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) beziffert, weil GM noch Pensionsverpflichtungen für die Mitarbeiter übernimmt. Opel/Vauxhall beschäftigt etwa 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.