Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus muss sich gegen Korruptionsvorwürfe wehren. Wie der Spiegel berichtet, geht es um den Einsatz externer Berater und ein angebliches System schwarzer Kassen. Demnach soll das deutsch-französische Unternehmen in den vergangenen Jahren den Verkauf ziviler und militärischer Flugzeuge etwa in Indonesien, Kasachstan oder China durch Zahlung von Bestechungsgeld unterstützt haben.

Dem Bericht zufolge sind interne Ermittler auf über hundert mögliche Korruptionszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe gestoßen. Ursprung soll demnach eine Abteilung des Unternehmens in Paris gewesen sein. Diese habe dazu gedient, Schmiergeldzahlungen an Entscheidungsträger in Österreich zu leisten, die am Kauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen beteiligt waren. Behilflich war dabei offenbar auch ein Geflecht aus Briefkastenfirmen rund um die Londoner Firma Vector Aerospace, über die den Dokumenten zufolge auch Schmiergelder für den Verkauf von Verkehrsflugzeugen geflossen sein sollen.

"Wir sind in einer todernsten Lage", zitiert das Magazin Airbus-Vorstandschef Tom Enders, der sich so auf einem internen Treffen mit Spitzenmanagern im Juni geäußert haben soll. Bereits 2016 hatte sich der Konzern bei der britischen Antikorruptionsbehörde SFO selbst angezeigt, woraufhin parallel auch französische und deutsche Behörden Ermittlungen aufnahmen.

In den Ermittlungsakten findet sich an verschiedenen Stellen auch der Hinweis, dass Airbus- Chef Enders über den Aufbau von Vector informiert war. Airbus teilte auf Anfrage mit, die Ermittlungen zu unterstützen. Zugleich widersprach der Konzern den Vorwürfen: "Weder die seit Jahren andauernden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in München und Wien noch unsere eigenen umfangreichen Untersuchungen haben Anhaltspunkte ergeben, die auf Bestechung im Zusammenhang mit dem Verkauf von Eurofighter-Flugzeugen nach Österreich hindeuten."

Sollte sich der Verdacht bestätigen, muss Airbus dem Spiegel-Bericht zufolge mit einer Milliardenstrafe rechnen. In Deutschland soll demnächst Anklage erhoben werden.