Die Postbank und die Gewerkschaft Verdi haben ihren monatelangen Tarifstreit beigelegt. Der Kündigungsschutz für die rund 18.000 Beschäftigten werde bis zum 30. Juni 2021 verlängert, teilten die Tarifpartner mit. Die Gehälter sollen außerdem in drei Schritten um insgesamt 4,9 Prozent steigen. Die Laufzeit der Vereinbarung beträgt 28 Monate.

Die Postbank wird derzeit mit der Deutschen Bank zusammengelegt – die gemeinsame Rechtseinheit soll bis Sommer 2018 stehen. Dadurch will die Deutsche Bank Millionen sparen.

Verdi hatte vor diesem Hintergrund einen Kündigungsschutz bis Ende 2022 gefordert, zudem eine Gehaltserhöhung um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Vor allem die Vereinbarung im Kündigungsschutz wertete die Gewerkschaft als Erfolg. "Das gibt den Beschäftigten Sicherheit", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duschek. 

Auch die Arbeitgeberseite zeigte sich zufrieden mit dem Kompromiss. Das Unternehmen sei mit der Einigung zwar "bis an die Grenzen des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen", sagte der Personalvorstand der Postbank, Philip Laucks. Mit dem Abschluss sei aber "eine gute Balance zwischen wirtschaftlichen und sozialen Interessen" gelungen.

Mitarbeiter der Postbank waren in den vergangenen Wochen bundesweit mehrfach in den Warnstreik getreten. Vielerorts mussten Filialen geschlossen bleiben. Bei einer Urabstimmung hatte sich eine große Mehrheit der Belegschaft für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Verdi hatte mit mit unbefristeten Streiks ab kommender Woche gedroht, sollte die Arbeitgeberseite kein neues Angebot vorlegen. Die hohe Streikbereitschaft habe sich am Ende ausgezahlt, sagten Gewerkschafter nach der Einigung.