Die Regierung in Rom verlängert den Brückenkredit für die Pleite-Fluglinie von November dieses Jahres bis September 2018. Der Ministerrat beschloss am Freitag auch, 300 Millionen Euro zusätzlich zuzuschießen. Die Regierung in Rom teilte weiter mit, dass die Frist, bis der der Verkauf abgeschlossen sein soll, auf Ende April 2018 verschoben wurde. Mit dem Geld sollen die Gehaltszahlungen an die Mitarbeiter bis zum Verkaufstermin gesichert werden.

Anfang Mai hatte der Staat der Fluglinie für sechs Monate einen Kredit von etwa 600 Millionen Euro zugestanden, nachdem die ehemalige Staatslinie Insolvenz angemeldet hatte. Dieser Kredit wäre bis November zahlungsfällig gewesen. Bis dahin sollte auch der Verkauf entschieden sein. Die Frist für verbindliche Angebote für Alitalia endete am Montag.

Verkaufen, nicht "verscherbeln"

Lufthansa hatte angekündigt, an einer "neuen Alitalia" Interesse zu haben, aber nicht an dem Unternehmen im derzeitigen Zustand. "Wir wollten mehr Zeit für die Prüfung der Angebote haben", sagte der italienische Verkehrsminister Graziano Delrio. Man wolle verkaufen und nicht "verscherbeln". Die irische Billigfluglinie Ryanair wollte bereits im August Teile der hochverschuldeten italienischen Airline Alitalia kaufen. Besonders interessant seien Alitalias Langstreckenflüge. In diesem Bereich bestehe viel Wachstumspotential, hieß es von der Ryanair-Führung. 

Die italienische Fluglinie steckt seit Jahren in der Krise und hielt sich wie Air Berlin nur mit Geldspritzen der arabischen Etihad in der Luft. Die Regierung von Ministerpräsident Paolo Gentiloni will verhindern, dass Alitalia zerschlagen wird. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 11.000 Mitarbeiter.