Das US-Justizministerium will die Übernahme des US-Medienkonzerns Time Warner durch das Mobilfunkunternehmen AT&T verhindern. Dies zeigen Unterlagen, die das Ministerium in einem New Yorker Bundesgericht eingereicht hat. Die Behörde argumentiert, die Fusion habe negative Folgen für den amerikanischen Konsumenten. Die Kosten für Kabelfernsehen würden sich erhöhen, Innovationen sich dagegen verringern.

AT&T zeigt sich zuversichtlich, dass diese Klage scheitern wird. Laut des Justiziars des Konzerns, David McAtee, gebe es keinen legitimen Grund dafür, dass die Übernahme anders behandelt werde als andere Fusionen. Schließlich seien Übernahmen von Unternehmen, die keine direkten Konkurrenten sind, routinemäßig genehmigt worden.

Im Oktober hatten AT&T und Time Warner eine erste Vereinbarung unterzeichnet, wonach Time Warner für 85,4 Milliarden Dollar an AT&T verkauft werden soll. Dazu gehören dann auch der Sender HBO, das Filmstudio Warner Bros. und der Nachrichtensender CNN. AT&T will sich mit der Übernahme unabhängiger vom Mobilfunkgeschäft machen, bei dem das Unternehmen durch kleinere Rivalen wie Sprint oder die Telekom-Tochter T-Mobile unter Druck geraten ist.   

Ursprünglich hatten beide Unternehmen geplant, den einst im Oktober 2016 angekündigten Deal bis Ende des Jahres abzuschließen. Doch dies dürfte durch die Klage der US-Regierung kaum möglich sein.

Zuletzt hatte allerdings die Financial Times berichtet, das Justizministerium sei bereit, der Übernahme zuzustimmen, wenn Time Warner seinen prestigeträchtigen – und Trump-kritischen – Nachrichtensender CNN verkauft. Viele vermuten dahinter eine Anweisung aus dem Weißen Haus, wo sich der Präsident schon seit längerer Zeit von der CNN-Berichterstattung unfair behandelt fühlt. Bereits während des Wahlkampfs hatte er angekündigt, unter seiner Präsidentschaft werde das Justizministerium das Geschäft blockieren.