Der Autohersteller Opel will ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen seine Sanierung vorantreiben. Dies kündigte der neue Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Michael Lohscheller, bei der Vorstellung seiner Pläne zum Umbau des Unternehmens an. Demnach sollen Einsparungen bei den Lohnkosten vor allem durch Abfindungen, innovative Arbeitszeitkonzepte und Altersteilzeit erreicht werden. Die Details – wie etwa der Zeitraum des Kündigungsschutzes – müssen indes noch in Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern festgelegt werden. 

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mit Stammsitz in Rüsselsheim gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall rund 38.000 Menschen an zehn europäischen Standorten. Im August hatte der PSA-Konzern Opel und Vauxhall vom US-Konzern General Motors übernommen. Damals bezeichnete PSA-Chef Carlos Tavares die Opel-Fabriken als vergleichsweise ineffizient und beauftragte das deutsche Management mit einem Sanierungsplan.

1,1 Milliarden Euro eingesparte Kosten

Opel will dafür bis 2020 zunächst pro Jahr Kosten in Höhe von 1,1 Milliarden Euro einsparen. Erreicht werden soll dies auch durch eine schlankere Produktpalette, eine kostengünstigere Produktion sowie einen gemeinsamen Einkauf aller vier PSA-Töchter Opel, Vauxhall, Peugeot und Citroën. Laut Lohscheller soll der operative Gewinn dadurch auf zwei Prozent des Umsatzes steigen. Geplant ist zudem, bis 2022 rund 20 neue Märkte zu erschließen und neue Werke in China und Brasilien zu eröffnen.

Lohscheller kündigte zudem den Bau von Elektrovarianten für jede Baureihe an. Im Jahr 2020 will Opel mit PSA-Technologie bereits vier Elektro-Modelle inklusive des neuen Corsa auf dem Markt haben und vier Jahre später jedes Modell auch in einer E-Variante anbieten können. Künftig soll es keine Fahrzeuge mehr auf GM-Basis geben, stattdessen soll jeder neue Opel im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum geplant werden – auf der Basis der Technologie des neuen Mutterkonzern PSA.

Die Automobilindustrie in Deutschland