Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Freitagvormittag wegen des Verdachts auf Insiderhandel mehrere Büros des Handelskonzerns Metro durchsucht. Metro kooperiere "in vollem Umfang" mit den Ermittlungsbehörden, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Unternehmens. Die Finanzaufsicht BaFin teilte mit, sie habe "wegen des Verdachts des Insiderhandels und der Marktmanipulation in Aktien der Metro AG" Anzeige erstattet.

Der Metro-Sprecher wies den Vorwurf des Insiderhandels zurück. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wollte sich zunächst nicht äußern, er kündigte aber für Montag eine Erklärung an.    

Nach Angaben der Metro AG geht es um Vorwürfe gegen Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann sowie ein namentlich nicht genanntes Mitglied des Vorstands. Zu dem Zeitpunkt, als diese Aktien gekauft hätten, habe aber keine Insiderinformation vorgelegen. Die Metro AG habe die Nachricht von der geplanten Aufspaltung am 30. März 2016 "pünktlich und unter Beachtung der einschlägigen Vorschriften kommuniziert", teilte der Konzern mit.

Aktien für eine Million

Steinemann hat nach einem Bericht von Spiegel Online am 22. Februar 2016, kurz nach seiner Wahl an die Spitze des Gremiums, für gut eine Million Euro 43.000 Aktien der Metro AG gekauft. Neben Steinemann habe auch das weitere Vorstandsmitglied vor der Aufspaltungsmitteilung Aktien gekauft. Ende März 2016 hatte der Konzern seine Aufspaltung angekündigt.

Seit der Aufspaltung des Konzerns läuft das Geschäft mit Lebensmitteln weiter unter dem Namen Metro, das Geschäft mit Elektronik der beiden Ketten MediaMarkt und Saturn unter dem Namen Ceconomy. Steinemann war Aufsichtsratschef des alten Metro-Konzerns und wurde danach Chefaufseher der neuen Metro AG.

Metro gehört zu den führenden Handelskonzernen weltweit und machte im Geschäftsjahr 2015/2016 einen Umsatz von rund 58 Milliarden Euro. Etwa 220.000 Menschen arbeiten für den Konzern.