Die EU-Kommission hat die Übernahme der Air-Berlin-Tochter LGW durch die Lufthansa unter Auflagen genehmigt. "Lufthansa hat verbesserte Verpflichtungszusagen eingereicht, die sicherstellen, dass die Auswirkungen des LGW-Erwerbs auf den Wettbewerb begrenzt sind", sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die Lufthansa muss demnach unter anderem auf die sogenannten Slots, also die Start- und Landerechte, am Flughafen Düsseldorf verzichten, damit ihre Marktposition dort nicht zu stark wird. "Damit wird unseren Wettbewerbsbedenken Rechnung getragen, welches uns erlaubt, heute die geplante Transaktion im Rahmen der EU-Fusionskontrollvorschriften zu genehmigen", sagte Vestager.

Nach Angaben von Air Berlin wollte die Lufthansa 18 Millionen Euro für die LGW zahlen. Die Regionalfluggesellschaft hat etwa 870 Mitarbeiter und 30 Flugzeuge. Lufthansa wollte ursprünglich mit den Teilgesellschaften LGW und Niki für insgesamt 210 Millionen Euro einen beträchtlichen Teil des Flugbetriebs der insolventen Air Berlin übernehmen. Die EU-Kommission äußerte allerdings Bedenken, dass die Lufthansa durch die Niki-Übernahme auf Dutzenden Strecken zum Monopolisten würde. Der Lufthansa-Konzern zog sein Angebot für die österreichische Air-Berlin-Tochter daraufhin zurück, Niki meldete insolvenz an und stellte den Flugbetrieb ein.

Eurowings streicht 300 Flüge in Deutschland

Auch Eurowings streicht nach der geplatzten Übernahme von Niki durch Lufthansa Flüge: Im Winter seien bundesweit knapp 300 Flüge betroffen, sagte ein Sprecher der Lufthansa-Tochter. Bei mehr als 300 weiteren Flügen würden Passagiere auf andere Verbindungen umgebucht. Passagiere, die einer Umbuchung nicht zustimmen, erhielten ihr Geld zurück.

Seitdem sucht Niki nach neuen Interessenten. Firmengründer und Ex-Formel1-Fahrer Niki Lauda gab kurz vor Ende der Bieterfrist am Donnerstag ein Angebot ab, wie seine Sprecherin bestätigte. Lauda hatte die Airline 2003 gegründet und war 2011 ausgestiegen. Der irische Billigflieger Ryanair, der auch als neuer Eigentümer im Gespräch gewesen war, verzichtete hingegen auf ein Angebot. "Bedauerlicherweise herrscht Unklarheit über die Vermietung von Lufthansa-Flugzeugen an Niki, und diese konnten nicht rechtzeitig behoben werden", sagte ein Ryanair-Sprecher.

Auch das Bieterkonsortium Zeitfracht/Nayak kündigte an, kein eigenes Angebot vorzulegen. Der Berliner Logistiker Zeitfracht und die Wartungsfirma Nayak strebten jedoch Kooperationen mit möglichen Käufern an, sagte ein Sprecher.  Auch die Condor-Mutter Thomas Cook, Tuifly, der britisch-spanische Luftfahrtkonzern IAG und die kleine Schweizer Chartergesellschaft PrivatAir sollen zu den Interessenten für Niki gehören.

Niki mit seinen 1.000 Beschäftigten galt als besonders attraktiver Unternehmensteil der Air Berlin. Insolvenzverwalter Lucas Flöther will die Fluggesellschaft bis Anfang Januar verkaufen, damit keine Start- und Landerechte verloren gehen.