In Berlin sollen Wohnungen künftig bis zu 60 Tage im Jahr ohne Genehmigung an Feriengäste weitervermietet werden dürfen, etwa über Plattformen wie Airbnb oder Wimdu. "Wir wollen niemanden bestrafen, wenn während des Urlaubs die eigene Wohnung für wenige Tage als Ferienwohnung vermietet wird", begründete die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, den eingebrachten Gesetzentwurf. "Gegen eine dauerhafte, gewerbliche Nutzung wollen wir mit dem Gesetz jedoch künftig noch entschiedener vorgehen." In Kraft treten soll die Gesetzesnovelle nach dem Willen Lompschers im Mai 2018. Zunächst hatten der rbb und der Tagesspiegel über die Änderung berichtet. 

Mit dem Plan zur Gesetzesänderung haben Vermietungsportale einen Teilsieg im Kampf um das sogenannte Homesharing gewonnen. Viele Anbieter haben sich professionalisiert; viele Wohnungen wurden allein zu dem Zweck unterhalten, um sie gewinnbringend an kurzfristige Besucher zu vermieten.

Das verschärfte den Mietmarkt in vielen Metropolen und schwächte die lokale Hotelbranche. Um diese Entwicklung zu unterbinden, hatten viele Städte verschärfte Gesetze erlassen. Besonders hart hatte Berlin mit seinem Zweckentfremdungsverbotsgesetz 2014 durchgegriffen: Seit Mai 2016 dürfen Mieter ihre Wohnung nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung des zuständigen Bezirksamtes zu anderem als Wohnzwecken nutzen. Außerdem sollen Bürger illegale Ferienwohnungen melden.

Die Gesetzesänderung solle nun privaten Anbietern entgegenkommen, heißt es beim rbb. Um weiterhin eine Zweckentfremdung zu vermeiden, wollten die Behörden die Vermietung verstärkt kontrollieren. Die Registriernummer solle nur für zwei Jahre erteilt werden, und Vermieter sollten nachweisen, wie oft sie ihre Wohnung vermietet hätten. Wer seine Wohnung länger als 60 Tage im Jahr vermieten wolle, brauche weiterhin eine Ausnahmegenehmigung. Bei Verstößen drohten Bußgelder von bis zu 100.000 Euro.

Angesichts der Wohnungsknappheit in der Hauptstadt sind weiterhin schärfere Regelungen gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum geplant. So müssen Eigentümer, die ihre Wohnung leer stehen lassen, statt sie zu vermieten, künftig schon nach drei Monaten Leerstand statt wie bisher nach sechs Monaten mit Restriktionen rechnen.

In Berlin gibt es laut Stadtentwicklungsverwaltung schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Wohnungen oder Zimmer, die teilweise zu Ferienzwecken vermietet werden. Das weltweit agierende Vermittlungsportal Airbnb hat nach eigenen Angaben 26.000 Unterkünfte zur gelegentlichen Vermietung im Angebot.