Der Bund hat einen Teil seines 150-Millionen-Euro-Überbrückungskredits für die insolvente Air Berlin zurückerhalten. Die Fluggesellschaft habe bereits am Freitag einen Teil des KfW-Kredits zurückgezahlt, sagte ein Air-Berlin-Sprecher. Eine genaue Summe nannte er nicht. Auch das Bundeswirtschaftsministerium wollte sich zunächst nicht zu Details der Rückzahlung äußern. Verschiedene Medien, darunter die B.Z., die Bild und die Nachrichtenagentur Reuters, berichten unter Berufung auf Insider von einer Rückzahlung über 40 Millionen Euro.

Ob der Rest des Kredits zurückgezahlt wird, bleibt unklar. Ein Großteil hätte mit der Lufthansa-Übernahme in Höhe von 210 Millionen Euro getilgt werden sollen. Diese ist jedoch teilweise geplatzt: Wegen Bedenken der EU-Wettbewerbsaufsicht zog die Lufthansa ihr Angebot für den Kauf der Air-Berlin-Tochter Fly Niki zurück. Niki meldete daraufhin Insolvenz an und stellte den Flugbetrieb ein.

Der Großteil des bereits zurückgezahlten Betrags, nämlich 36,5 Millionen Euro, stammt den Presseberichten zufolge aus dem bereits vollzogenen Verkauf von Firmenteilen an die britische Easyjet. Weitere Millionen könnten demnach aus dem Verkauf der Tochtergesellschaften Leisure Cargo und Airberlin Technik kommen. Zusätzlich könnten 18 Millionen Euro von der Lufthansa für die Air-Berlin-Tochter LG Walter fließen, falls die EU der Übernahme zustimmt. Auch der geplante Schnellverkauf der insolventen Niki an einen anderen Investor könnte weitere Einnahmen erbringen. Interesse angemeldet haben bislang Firmengründer Niki Lauda, Condor, Ryanair und jüngst auch die Schweizer Fluggesellschaft Privatair.

Das Darlehen der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an Air Berlin sollte den Flugbetrieb bis Ende November aufrechterhalten. Es war von Anfang an umstritten. Ryanair-Chef Michael O'Leary kritisierte die Staatshilfe als indirekte illegale Hilfe für die Lufthansa. Niki-Gründer Niki Lauda sagte der ZEIT, er schätze das Risiko groß ein, "dass gar nichts zurückkommt". Er wisse nicht einmal, woher die Hälfte zurückkommen soll.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte den Überbrückungskredit dagegen vor wenigen Tagen verteidigt. Dass das Geld vielleicht nur in Teilen zurückgezahlt werde, sei "ein reales Risiko". Sie gehe aber davon aus, dass "ein wesentlicher Teil des Kredits" zurückgezahlt werde, sagte Zypries.