Die Münchener Staatsanwaltschaft hat im Zuge ihrer Ermittlungen zu manipulierten Abgaswerten offenbar mehrere Wohnungen von früheren und derzeitigen Audi-Mitarbeitern durchsucht. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft München. Sie habe nach Beweismaterial für die mutmaßlichen Abgasmanipulationen der VW-Tochter gesucht.

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass auch bei Audi Abgaswerte manipuliert worden waren. Im März hatte es bereits eine Razzia an Audi-Standorten gegeben. Insgesamt laufen nun Ermittlungen gegen 13 Audi-Mitarbeiter. Unter den neuen Verdächtigen sei allerdings niemand aus dem oberen Management, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Größtenteils handle es sich um "einfache Ingenieure". Unter den bereits bekannten Verdächtigen ist Wolfgang Hatz, ein ehemaliger Porsche-Vorstand und Leiter der Aggregate-Entwicklung bei Audi.

Audis Mutterkonzern VW steht in der Kritik, nachdem bekannt geworden ist, dass in dessen Auftrag Abgastests an Affen durchgeführt wurden. VW-Konzernchef Matthias Müller will einem Interview zufolge trotzdem weiter versuchen, den Dieselmotor zu rehabilitieren. "Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass unsere Kunden an der Stelle ein weiteres Mal verunsichert sind", sagte Müller dem Sender n-tv. "Nichtsdestotrotz werden wir weiter in die Dieseltechnologie auf absehbare Zeit investieren."

Über die Schadstofftests an den Affen äußerte sich Müller "erschüttert" und entschuldigte sich erneut. Er könne nur Sorge dafür tragen, Prozesse im Unternehmen so zu reformieren, dass "solche Zustände eben in Zukunft nicht mehr eintreten".

Die Autoindustrie hatte Wissenschaftler beauftragt, die mit der von BMW, Daimler, VW und Bosch gegründeten Lobbyorganisation EUGT – der "Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" – Gesundheitsgefahren von Dieselabgasen zu relativieren. Dabei waren auch Affen mehreren Tests ausgesetzt. Darüber hinaus förderte die Initiative eine Studie der Universität Aachen zur Stickstoffdioxidbelastung am Arbeitsplatz, Probanden waren 25 Menschen.