Amazon - Kassenloser Supermarkt eröffnet In Seattle wurde der erste Amazon Go eröffnet, ein Supermarkt ganz ohne Kassen. Bezahlt wird per App. © Foto: Jeffrey Dastin/Reuters

Der Onlinekonzern Amazon hat in Seattle im US-Bundesstaat Washington seinen ersten Supermarkt eröffnet. Nach dem Prinzip grab-and-go können Kunden bei Amazon Go Waren aus den Regalen nehmen und bezahlen beim Verlassen des Supermarktes automatisch per App.

Verschiedene US-Medien berichteten über den Einkauf bei Amazon Go: Betreten könne den Supermarkt nur, wer ein Konto bei Amazon besitze und die Amazon-Go-App auf seinem Smartphone installiert habe. Ein Sensor registriere die App und öffne die Zugangsschranken. Der Kunde könne die Waren nun direkt in seine Einkaufstaschen legen – supermarkteigene Einkaufskörbe oder -wägen gebe es nicht.

Die Regalböden seien mit Waagen versehen, die registrierten, welche Artikel entnommen werden. Zusätzlich sollten Dutzende Kameras helfen, genau zu identifizieren, welche Produkte eingepackt werden. Wer alles habe, was er brauche, könne das Geschäft einfach durch die Eingangsschranken verlassen – ohne in der Schlange zu stehen, ohne passendes Kleingeld zu suchen, ohne die Geheimzahl von EC- oder Kreditkarte einzugeben. Der Kunde müsse lediglich mit der App auschecken und erhalte wenig später die Rechnung. Der Rechnungsbetrag werde vom Amazonkonto des Kunden abgebucht.  

Bereits vor über einem Jahr hatte der Großkonzern den Amazon-Go-Supermarkt angekündigt. Medienberichten zufolge hätten besonders größere Menschenmengen Probleme bei der Datenerfassung bereitet. Nun gestalte sich vor allem die Unterscheidung sehr ähnlicher Produkttypen als technische Herausforderung. Zudem würden Käufer häufig Erkennungsmerkmale der Artikel mit den Händen verdecken.

Eine Einladung für Ladendiebe?

Zum Ladendiebstahl lade die neue Technologie allerdings nicht ein: Ein Reporter der New York Times schilderte seinen Versuch, einen Viererpack Getränkedosen noch im Regal in eine Tüte einzuwickeln und unauffällig unter dem Arm aus dem Laden zu tragen – ohne Erfolg: Wenig später sei der entsprechende Betrag von seinem Konto abgebucht worden.

Amazon betonte, das System komme ohne Gesichtserkennung aus. Die Kunden würden von den Kameras und Sensoren als 3-D-Objekte wahrgenommen. Bei einem Fehler oder Mängeln an der Ware werde der Kaufpreis erstattet. Und auch Arbeitsplätze würden durch das Konzept von Amazon Go nicht gefährdet: Zwar arbeiteten keine Kassiererinnen und Kassierer in den Supermärkten, aber für die Zubereitung frischer Speisen, das Befüllen der Regale, den Empfang und für die Alterskontrolle am Alkoholregal werde nach wie vor Personal benötigt.