Die Staatsanwaltschaft München hat ihr seit Jahren andauerndes Schmiergeldverfahren in der Eurofighter-Affäre gegen Airbus eingestellt. Es hätten sich in den außerordentlich umfangreichen Ermittlungen keine Nachweise für Bestechungszahlungen ergeben, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Airbus muss demnach 81,25 Millionen Euro wegen einer fahrlässigen Aufsichtspflichtverletzung zahlen.

Speziell beanstandet die Staatsanwaltschaft Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe an zwei Firmen in Großbritannien. Der Behörde zufolge wurden diese Gelder unter Umgehung der unternehmensinternen Kontrollen großteils ohne belegbare Gegenleistung für unklare Zwecke verwendet. Anhand der Geldflüsse sei nicht feststellbar, welchen Zwecken die Zahlungen letztlich dienten. 

Erst Anfang vergangenen Jahres hatte das österreichische Verteidigungsministerium eine Klage gegen die Airbus Defence and Space GmbH und die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH eingereicht – ein einmaliger Vorgang zwischen einem EU-Mitglied und einem europäischen Rüstungsunternehmen. Der Vorwurf Österreichs gegen Airbus lautete Verdacht auf arglistige und betrügerische Täuschung. Dadurch wollte das Land nicht zuletzt verhindern, dass es zu einer Verjährung der vorgeworfenen Taten kommt.

Österreich hatte 2003 den Kaufvertrag für 18 Eurofighter im Wert von rund zwei Milliarden Euro geschlossen. Nach einem Regierungswechsel in Wien folgten vergebliche Verhandlungen zur kompletten Auflösung des Vertrags. 2007 kam es zum Vergleich, die Stückzahl wurde auf 15 reduziert. Der Kaufpreis wurde um 250 Millionen Euro gesenkt.

Von Anfang an hatten Kritiker vermutet, dass Korruption bei dem Vertragsschluss eine Rolle gespielt haben soll. Zwei parlamentarische Untersuchungsausschüsse beschäftigten sich mit der Eurofighter-Affäre. Staatsanwaltschaften in Wien und Zürich ermitteln weiter.