Der weltgrößte Musikstreaming-Dienst Spotify macht mit seinem lange erwarteten Börsengang in New York Ernst. Das schwedische Unternehmen will seine Aktien unter dem Kürzel SPOT listen lassen, wie aus dem bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Antrag hervorgeht.

Weiter wird das Unternehmen den ungewöhnlichen Weg einer Direktplatzierung wählen, wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht. Dabei spart sich Spotify die sonst übliche Werbetour bei Investoren und einen darauffolgenden Preisfindungsprozess unter Beteiligung von Investmentbanken. Stattdessen sollen die Kauf- und Verkaufsangebote am Tag der Erstnotierung über den Startpreis der Aktien entscheiden.

Bei der Direktplatzierung kämen die Anteilsscheine einfach in den Handel. Das spart Kosten für das Unternehmen. Allerdings entfiele damit auch das übliche Verfahren, bei dem man sich an den angemessenen Aktienpreis herantastet. 

Starkes Wachstum, hohe Verluste

Spotify ist die Nummer eins im Geschäft mit Musikstreaming, bei dem die Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden. Ende 2017 kam Spotify den Angaben zufolge auf 71 Millionen zahlende Abo-Kunden. Nach Einschätzung von Analystinnen und Analysten könnte es die Firma auf einen Börsenwert von rund 20 Milliarden Dollar bringen. Details des Börsengangs lässt der Wertpapierprospekt jedoch offen. Beim Emissionserlös ist lediglich ein Betrag von einer Milliarde Dollar als Platzhalter angegeben. Auch ist noch unklar, wann genau die Anteilsscheine notiert werden sollen.

Der Antrag enthält aber bereits die am Markt mit Spannung erwarteten Geschäftsergebnisse der letzten Jahre. Demnach steigerte Spotify den Umsatz 2017 im Jahresvergleich zwar um fast 39 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Das starke Wachstum wurde jedoch teuer bezahlt – der Verlust nahm von 539 Millionen auf 1,24 Milliarden Euro zu. 2015 hatte das Minus noch bei lediglich 230 Millionen Euro gelegen.