Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres einen neuen Höchststand erreicht. Im vierten Quartal 2017 gab es bundesweit knapp 1,2 Millionen unbesetzte Arbeitsplätze, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bekannt gab. Das waren 128.000 offene Stellen mehr als im Vorjahreszeitraum. 

Im Jahr 2012 hatte die Zahl der offenen Stellen im vierten Quartal noch bei 870.000 gelegen. Ende vergangenen Jahres wurden laut IAB 918.000 Beschäftigte in Westdeutschland gesucht, in Ostdeutschland 265.000. Die größten Zuwächse verzeichneten das Verarbeitende Gewerbe sowie die Baubranche.

Mehr als die Hälfte der offenen Stellen gibt es demnach in kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern. Die Unternehmen stehen vor einem immer kleineren Angebot an Arbeitssuchenden: Auf 100 offene Stellen kamen im Westen durchschnittlich nur noch 194 Arbeitslose, im Osten waren es 225 Arbeitslose – der niedrigste Wert seit 25 Jahren in beiden Landesteilen. "Die Zahlen zeigen verbesserte Arbeitsmarktchancen für Bewerber, bedeuten aber auch steigende Herausforderungen für die Arbeitgeber bei der Personalrekrutierung", sagte IAB-Forscher Alexander Kubis.

Für die vierteljährliche Erhebung wertete die IAB Angaben von 15.000 Unternehmen aus. Dabei werden alle offene Stellen gezählt, also auch solche, die nicht bei den Arbeitsagenturen gemeldet wurden.