Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen vier frühere Manager der Privatbank Sal. Oppenheim bestätigt. Der Fall gilt als einer der spektakulärsten Wirtschaftsprozesse der deutschen Justizgeschichte. Wegen Untreue in Millionenhöhe waren die Spitzenbanker im Juli 2015 vor dem Landgericht Köln verurteilt worden. Die Revision der Staatsanwaltschaft wurde nun abgewiesen, damit ist das Urteil rechtskräftig. 

Die vier Banker hatten mit Immobiliengeschäften und Krediten für den später pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzern Arcandor einen Schaden von fast 84 Millionen Euro verursacht.  Sie hatten einen ungesicherten Kredit in Höhe von 20 Millionen Euro ausgezahlt sowie Aktien der Arcandor AG im Wert von 19,1 Millionen Euro für 59,8 Millionen Euro gekauft. Drei der Angeklagten wurden zu Bewährungsstrafen bis zu zwei Jahren verurteilt, der vierte Angeklagte zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft.

Der Vertreter der Bundesanwaltschaft hatte an Stelle der Bewährung Haftstrafen gefordert. Untreue müsse ebenso hart bestraft werden wie Steuerhinterziehung, bei der Strafen über einer Million Euro nicht zur Bewährung ausgesetzt werden können. Ursprünglich hatten sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft dagegen Revision eingelegt. Die Revision der Verteidigung war bereits in der vergangenen Woche abgewiesen worden.

Der vorsitzende Richter begründete das Urteil als nicht zu niedrig, sondern maßvoll. "Der angerichtete Schaden ist zwar hoch und die Schadenshöhe ist ein wichtiges Kriterium für die Strafzumessung, aber nicht das Entscheidende", sagte er. Es hätten zahlreiche Milderungsgründe eine Rolle gespielt. Die Angeklagten seien geständig und nicht vorbestraft. Außerdem verwies er auf das langwierige Verfahren unter großem öffentlichen Interesse und die geordneten sozialen Verhältnisse der Männer sowie auf deren Alter und Gesundheitszustand. Sal. Oppenheim gehört mittlerweile zur Deutschen Bank.