Die versuchte Übernahme des US-Chipherstellers Qualcomm durch den in Singapur ansässigen Konkurrenten Broadcom ist von US-Präsident Donald Trump unterbunden worden. Trump blockierte das Vorhaben mit einem Verweis auf eine Gefahr für die nationale Sicherheit. Damit folgte er einer Empfehlung des Komitees für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS).

Es ist das bislang fünfte Mal, dass ein US-Präsident eine Übernahme auf Basis von Bedenken des CFIUS-Komitees blockiert hat. Das Gremium untersteht dem Finanzministerium und prüft bei ausländischen Übernahmen, ob sie die nationale Sicherheit der USA gefährden. Im Falle von Broadcam und Qualcomm kam eine solche Prüfung zu dem Schluss, dass eine Übernahme die Umstellung der US-Mobilfunknetzwerke auf den Datenfunk 5G verzögern könnte.

Broadcom hatte für Qualcomm 117 Milliarden Dollar geboten. Am Montag hatte der Konzern mitgeteilt, seine Zentrale in die USA verlegen zu wollen. Auch werde man die USA zum größten Markt für 5G machen. Das Unternehmen sagte dafür einen Fonds von 1,5 Milliarden Dollar nach der Übernahme von Qualcomm zu.

Broadcom kündigte an, die Entscheidung prüfen zu wollen. Ein Einspruch ist nicht möglich, allerdings könnten sich andere Möglichkeiten ergeben, wenn tatsächlich der Konzernsitz in die USA verlegt wird.