Volkswagen will innerhalb von vier Jahren die Anzahl seiner Werke verfünffachen, die Elektroautos produzieren können: Der Konzern hat angekündigt, bis Ende 2022 an 16 Standorten weltweit batterie-elektrisch angetriebene Autos bauen zu wollen. Derzeit geht das nach Angaben von Konzernchef Matthias Müller an drei Standorten. Schon in zwei Jahren sollen neun weitere Werke des Konzerns für die Produktion von E-Autos gerüstet sein. Dabei sollen Partnerschaften mit Batterieherstellern für Europa und China helfen. Die bisher erteilten Aufträge haben laut Müller ein Volumen von 20 Milliarden Euro.

Volkswagen habe in den vergangenen Monaten alles getan, um die sogenannte Roadmap E zügig und entschlossen umzusetzen, sagte Müller. Im vergangenen Herbst hatte der Konzern angekündigt, bis 2025 bis zu drei Millionen E-Autos pro Jahr zu bauen und 80 neue elektrische Modelle auf den Markt bringen zu wollen. Die Pläne bedeuten laut Müller aber keine Abkehr vom Verbrennungsmotor. Der moderne Dieselmotor sei auch mit Blick auf den Klimaschutz Teil der Lösung.

Zugleich denkt VW über eine eigene Fertigung von Batteriezellen nach. Derzeit sind deutsche Hersteller noch stark von Zulieferern vor allem aus Asien abhängig. Im Werk Salzgitter wird bereits eine Forschungsstelle aufgebaut. Eine Entscheidung über eine mögliche Produktion solcher Komponenten ist bislang aber noch nicht gefallen.

Rekordjahresbilanz für 2017

Trotz des Abgasskandals konnte VW 2017 einen Gewinn von 11,4 Milliarden Euro verbuchen. Das ist nicht nur doppelt so viel wie im vorangegangenen Jahr, sondern auch ein größerer Überschuss als 2014 – dem letzten vollen Jahr vor Beginn der Dieselaffäre. Der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf 230,7 Milliarden Euro. 

Die Gewinnverdopplung zeigt sich auch bei den Gehältern der Konzernvorstände: Insgesamt summieren sich deren Bezüge auf rund 50,3 Millionen Euro – ein Anstieg um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtvergütung von VW-Chef Matthias Müller stieg im vergangenen Jahr auf 10,14 Millionen Euro. 2016 verdiente er noch rund 7,3 Millionen Euro.

Nach Kritik an der Höhe der Bezüge seines Vorstands hatte VW zum Geschäftsjahr 2017 sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter reformiert. So gibt es für den Vorstandschef seit 2017 eine Höchstgrenze von 10 Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro. Dass Müllers Bezüge dennoch zehn Millionen Euro übersteigen, liegt nach Unternehmensangaben daran, dass in diesem Betrag Nebenleistungen und Versorgungsansprüche enthalten sind. Ohne diese läge sein Jahresgehalt bei 9,5 Millionen Euro.