Die Kaufhauskette Karstadt hat im letzten Geschäftsjahr einen kleinen Jahresüberschuss von 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist das erste Mal seit 12 Jahren. Karstadt war 2010 insolvent gegangen, zwei Investoren versuchten sich seitdem an der Sanierung.

Unter anderem habe sich die Vermietung von Ladenflächen an Händler wie dm, Aldi, Edeka oder Apollo Optik positiv auf den Umsatz ausgewirkt.  Bis Jahresende will Karstadt jetzt seine Filialen mehr als verdoppeln: von 30 auf 79. Man habe bereits neue Standorte im Blick, sagte Konzernchef Stephan Fanderl. "Es ist nicht die Frage ob, sondern wann und an welchem davon ein neues Warenhaus entstehen wird."

Bereits im vorherigen Geschäftsjahr hatte Karstadt seine Verluste auf 7,5 Millionen Euro verringern können. Davor lag das Minus noch bei knapp 65 Millionen Euro. In den kommenden drei Geschäftsjahren will Fanderl den Anteil des Online-Umsatzes steigern: auf rund zehn Prozent. Dafür sollen Teile der Warenhäuser zu Lagerflächen für den Onlinehandel umfunktioniert werden.

Die Signa-Holding des österreichischen Investors René Benko hatte den angeschlagenen Karstadt-Konzern 2014 von Investor Nicolas Berggruen gekauft und Fanderl als neuen Konzernchef eingesetzt. Fanderl reduzierte die Marken in den Karstadt-Regalen, baute das Onlinegeschäft aus und stärkte die lokale Ausrichtung der Kaufhäuser.

Berggrün wiederum hatte Karstadt 2010 nach der Pleite des Arcandor-Konzerns für den symbolischen Preis von einem Euro aus der Insolvenz übernommen. Er schaffte es aber nicht, das Unternehmen zu sanieren. 2012 kündigte Karstadt den Abbau von rund 2.000 Stellen an. Im Frühjahr 2013 stieg das Unternehmen, das etwa 20.000 Mitarbeiter beschäftigt, aus den regionalen Tarifverträgen für den Einzelhandel aus.